Start der Landfrauentage

12.01.2012

Die evangelische Kirche in Frauenfeld war beim Start der diesjährigen Thurgauer Landfrauentage sehr gut besetzt. Im Mittelpunkt stand das Referat «Lebensqualität – wer und was bestimmt sie?» von Bäuerin und Gemeindepräsidentin Ingeborg Schmid.

 

«Heute ist der Auftakt unserer traditionellen Landfrauentage, und das schon zum 83. Mal in der Geschichte der Thurgauer Bäuerinnen und Landfrauen. Eine Zusammenkunft an vier Orten, in vier Kirchen. Nirgendwo finden sich jedes Jahr mehr Frauen ein als an unseren beliebten Landfrauentagen», stellte Therese Huber, Präsidentin des Thurgauer Landfrauenverbandes, in ihrem Grusswort fest. Nationalrat Markus Hausammann, Präsident des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL), dankte für die gute Zusammenarbeit der beiden Verbände. Er hofft, dass dies weiterhin andauern wird. Er erinnerte an die Freiwilligenarbeit, die vielfach auch in der Politik und den Verbänden zum Tragen kommt, so auch in der Landwirtschaft. Anwesend waren auch die Regierungsräte Kaspar Schläpfer, Monika Knill, Jakob Stark, Bernhard Koch sowie Delegationen verschiedener Frauenverbände. Der Landfrauentag wurde vom Unterthurgauer Puurequartett unter der Initiative von Pascal Monhart musikalisch umrahmt.

 

Was ist Lebensqualität?

Ingeborg Schmid, Bäuerin und Gemeindepräsidentin von Bühler AR, ist seit 32 Jahren verheiratet und Mutter von vier erwachsenen Kindern. Mit ihrem Mann und dem jüngsten Sohn betreibt sie auf 1100 Meter über Meer einen Pachtbetrieb mit Milchwirtschaft und Holzschlag für Dritte. Die Referentin stellte die Frage, was eigentlich Lebensqualität sei? Nach ihrer Meinung ist Lebensqualität dort, wo es einem wohl sei und warm ums Herz werde. Sie stellte fest, dass dies dort sei,wo man aufgewachsen ist, sei dies in der Stadt oder auf dem Land. «Auch wenn uns die Wurzeln in unsere Wiege gelegt wurden, müssen wir eines Tages für unser Leben und somit auch für die Lebensqualität selbst Verantwortung übernehmen», sagt Ingeborg Schmid. Nach ihren Worten können wir die Lebensqualität der Leute in unserem Umfeld sehr stark beeinflussen. «Es gibt keine Rezepte für eine gute Lebensqualität. Aber es gibt verschiedene Zutaten, die unserem Leben eine gute Lebensqualität ermöglichen. Somit müssen wir unsere eigene Lebensqualität selber in die Hand nehmen.» Zu den Zutaten gehören nach Ansicht der Referentin sicher die Familie, Freunde, Bekannte der Dorfund Quartiergemeinschaft.

 

Rezept zum Wohlbefinden selber finden

«Jede einzelne Person muss sein eigenes Rezept finden für sein Wohlbefinden im Alltag», sagt Ingeborg Schmid. Die Zutaten aus unserem Umfeld liefern manchmal ein besseres und manchmal ein weniger gutes Resultat. Wir können Hilfeleistungen annehmen, manchmal müssen wir schmerzlich zur Kenntnis nehmen, dass auch gewollte Entwicklungen verhindert werden. Aber manchmal ist es wohltuend, wenn man begleitet wird in schwierigen Situationen.

 

Freundschaft, Bekanntenkreis wechselt «Unser Freundschafts- und Bekanntschaftskreis wechselt und wächst aber auch immer in unserem Leben. Mir kommt es manchmal so vor, wie wenngenau die Freundschaften sich entwickeln, die man in einer gewissen Lebenssituation besonders braucht», erklärt die Referentin. Manchmal gehen aber auch Freundschaften in Brüche, oder ganz einfach, das Umfeld hat sich verändert. Man braucht sich nicht mehr so, hat sich nichts mehr zu erzählen.

 

Lebensqualität darf nicht zur Normalität werden

«Unser Leben hat nur eine gute Qualität, wenn wir uns jeden Tag bewusst werden, was dies für uns heisst. Lebensqualität darf nicht zur Normalität werden», stellt die Bäuerin und Gemeindepräsidentin fest. Denn sie kann nicht die Norm für uns alle sein. Lebensqualität ist für jeden von uns etwas Spezielles und Einzigartiges. Abschliessend stellte Ingeborg Schmid fest: «Wir sollten den Mut aufbringen, in jedem Tag etwas Gefreutes zu sehen und immer wieder von neuem an unserer eigenen Lebensqualität zu arbeiten. Denn wir selber sind es, die unser Leben zu einer einmaligen Qualität bringen können.»

Mario Tosato

 

Landfrauentag 2012:

Weinfelden: Dienstag, 17. Januar 2012, 14.15 Uhr, evangelische Kirche.

Arbon: Mittwoch, 18. Januar 2012, 14.15 Uhr, evangelische Kirche

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