Editorial

13.10.2020

Hoi mitenand

Als ich mir Gedanken über die Anrede machte, ratterte es in meinem Kopf. Schreibe ich «liebe Leute», dann wäre ich gendergerecht, aber zu unpersönlich. Und würde ich denn alle lieb finden, die das lesen? Zuerst die weibliche Form oder die männliche? Also nehme ich einfach Mitbürger und Mitbürgerinnen. Aber es sind ja vielleicht nicht alle Bürger, die den «Thurgauer Bauer» lesen, moniert meine Frau. Aber wir können es nie allen recht machen, egal, wie wir uns bemühen.
Es ist auch nicht einfach, Mitstreiter für mehr Arbeit zu gewinnen. Wenn ich Leute für ein «Ämtli» anfrage, kommt häufig die Antwort, dass die Zeit fehlt. Diese Antwort hören viele, die auf der Suche nach Personen sind, die sich mehr für eine Sache einsetzen. Sei es für einen Vereinsvorstand, Fachgruppen, politische Gremien … Die Antwort gibt dem Fragenden einerseits klar zu verstehen, dass den Angefragten diese Angelegenheit nicht interessiert. Andererseits schleicht sich ein leichter Vorwurf hinein, dass der Angefragte sicher nicht so ein schönes Leben hat wie der Fragende und es sich leisten kann, da mitzumachen. Dieser könnte in dieser freien Zeit aber in die Beiz gehen oder sich sonst etwas Gutes tun.
Unsere Gemeinschaft funktioniert jedoch nur mit dem Einsatz von uns allen. Und ja, die Angst, etwas falsch zu machen, ist bei allen vorhanden. Verantwortung übernehmen ist nie einfach! Einfach ist, sich nicht einzubringen, zu warten, bis das Feuer gelöscht ist, und im Nachhinein die Verantwortlichen als unfähig zu bezeichnen. Darum ein herzliches Dankeschön an alle, die Ja zum Verantwortungübernehmen sagen. Im Sinn von: Es funktioniert nur mitenand!

Peter Haldemann

« zurück zur News-Übersicht