Eine Denkfabrik, die zu denken gibt!

04.02.2020

In der Schweiz haben wir das Recht der freien Meinungsäusserung. Ich unterstütze das und ich bin froh, dass wir dieses Privileg haben. Wenn nun aber eine Institution regelmässig versucht, mit ihren zweifelhaften Aussagen eine Berufsgruppe schlecht zu machen, so empfinde ich das als Frechheit.
Dazu kommt, dass die Medien die Äusserungen der selbsternannten Denkfabrik von Avenir Suisse mehrheitlich positiv aufnehmen und meistens auch noch in das gleiche Horn blasen.
Ich gehe davon aus, dass in einer Denkfabrik auch gerechnet wird; ich weiss aber nicht, mit welchen Ansätzen diese beispielsweise die Umweltleistung der Schweizer Landwirtschaft berechnet hat. Hat man dort schon einmal darüber nachgedacht, wer die Pflege der Flächen bis weit hinauf ins Berggebiet eigentlich machen würde, wenn es die Landwirtschaft nicht mehr gäbe? Flächen, die vom Tourismus speziell gelobt und entsprechend vermarktet werden können.
Vor über 30 Jahren wurde mir in Neuseeland einmal gesagt: «Switzerland is always nice and green» (die Schweiz ist immer hübsch und grün).
Wer sonst würde genau dafür sorgen, wenn nicht die Landwirtschaft mit ihrer täglichen Arbeit? Die Rufe von Avenir Suisse nach Abbau vom Grenzschutz und immer billigeren Rohstoffen aus dem Ausland können zu günstigeren Preisen für die Konsumenten in der Schweiz führen, treiben aber dafür die Schweizer Landwirtschaft in den Ruin.
Selbst die deutsche Agrarministerin hat festgestellt, dass die «Geiz-ist-geil-Kultur» keine Zukunft für eine nachhaltige und umweltbewusste Landwirtschaft sein kann.
Bleibt zu hoffen, dass dies auch in der Denkfabrik irgendwann bemerkt wird.

Urs Schär, Vorstand VTL

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