Es wächst!

16.06.2020

Liebe Leserin, lieber Leser
Für mich ist diese jetzige Zeit seit dem Frühling wunderbar, weil man den Pflanzen direkt beim Wachsen zusehen kann. Viele Schönwetterperioden ermöglichten dieses Jahr eine gute Verteilung der anstehenden Frühlingsarbeiten. Nach und nach konnte die Grasernte erfolgen, konnten Düngungs- und Pflanzenschutzarbeiten erledigt und auch die Frühlingssaaten unter guten Bedingungen in den Boden gebracht werden. Gleichzeitig stehen wir jeden Tag vor unzähligen Entscheidungen und Herausforderungen, welche unter Abwägung verschiedenster Aspekte erfolgen sollen.
Immer wieder höre ich, insbesondere von Kollegen, welche nicht direkt mit der Landwirtschaft verbunden sind, wie sehr sie doch die Gerüche der Gülle wahrnehmen. Ich versuche dann die komplexen Zusammenhänge zwischen Wetter, Nährstoffaufnahme der Pflanzen und Zeitmanagement des Landwirtes zu erklären. Das wird zwar meistens verstanden, doch ich denke dann auch an all die Menschen, welche sich diese Erklärung nicht anhören konnten. Gerade deshalb sollten wir Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen – auch wenn das manchmal gewisse Einbussen zur Folge hat. Schlussendlich geben uns die Stimmbürger den Rahmen vor, in welchem wir und die Junglandwirte der Zukunft Nahrungsmittel produzieren können.
Gleichzeitig bin ich in der speziellen Coronazeit sehr dankbar dafür, dass wir uns im täglichen Leben so vielen Herausforderungen stellen und doch einen so vielseitigen Beruf ausüben dürfen. Es gilt jetzt das gewachsene Interesse an der heimischen Landwirtschaft hochzuhalten und die Wichtigkeit der Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz weiterhin zu kommunizieren.


Tobias Daepp, Präsident Junglandwirtekommission VTL

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