Food waste und die Bauern

17.12.2019

Auf einer Hektare Rüebli erntet der Bauer ca. 45 Tonnen. Weil die Anforderungen an die äussere Qualität laufend gestiegen sind, sind nur etwa 30 Tonnen verkäuflich, der Rest wird aussortiert und als Tierfutter oder in Biogasanlagen entsorgt. Weil der Bauer bei einer schlechten Ausbeute zusätzlich Sortierkosten bezahlen muss, lässt er unverkäufliche Rüebli als Gründüngung auf dem Feld und tut dem Boden etwas Gutes.
Die Rückmeldungen von Konsumenten, die dieses Verhalten Food waste nennen, geht an der Realität vorbei. Die höchsten Anforderungen für Gemüse sind im Offenverkauf. Kleine, krumme und unförmige bleiben liegen. Die offiziellen, weniger strengen Qualitätsanforderungen können nur im Kilopack, bei dem die Konsumenten nicht auslesen können, eingehalten werden.
Essen ist in diesem Land einfach zu billig. Wir vermögen es, einen beträchtlichen Teil der Nahrungsmittel auf dem Feld zu lassen, im Verarbeitungsbetrieb auszusortieren und im Kühlschrank vergammeln zu lassen.
Wollen Sie auf dem Feld zurückgelassenes Gemüse ernten oder auflesen? Tun Sie es, aber fragen Sie den Bauern bitte vorher, und fragen Sie ihn nach den Kosten. Er bedient sich auch nicht ungefragt in Ihrem Hausgarten. En Guete!


Daniel Vetterli, Biobauer, Rheinklingen

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