Hofübernahmen brauchen Mut und Risikobereitschaft

31.10.2017

Manche Thurgauer Landwirtschaftsbetriebe sind in den letzten Jahren gewachsen, haben investiert und ihre Produktivität gesteigert oder sich auf einen Betriebszweig spezialisiert. Für die Regelung der Unternehmensnachfolge bringt dies neue Herausforderungen.
Während die abtretende Generation Investition oft aus der erfolgreichen Betriebsführung über mehrere Jahre finanzieren konnte, tritt die übernehmende Generation mit wenig Eigenmittel an den Start ihrer Unternehmenskarriere und muss die Finanzierung sicherstellen. Der Jungunternehmer startet oft mit einem beträchtlichen Fremdkapital, das es zu verzinsen und zu tilgen gilt.
Gerade wenn in den letzten 10 Jahren grössere Investitionen in Gebäude oder Land getätigt wurden oder eine hohe Verschuldung besteht, liegt der Übernahmepreis über dem Ertragswert. Zusätzlich ist ein Inventar von mehreren hunderttausend Franken zu übernehmen. Wer als Jungunternehmer startet braucht Mut, den Glauben an die Zukunft des Betriebes, die Bereitschaft für einen hohen persönlichen Einsatz sowie ein Umfeld, das hinter ihm steht.
Wer mit einer hohen Verschuldung startet, hat ausserdem weniger Spielraum für eine Umgestaltung des Betriebs und muss in der Regel vorerst das Bestehende weiterführen.
Beim Prozess der Hofübergabe sind diese und viele weitere Aspekte zu berücksichtigen. Deshalb braucht es genügend Zeit und fachliche Unterstützung, damit die Unternehmensnachfolge für die abtretende und die eintretende Generation zufriedenstellend gestaltet werden kann.


Adrian von Grünigen
Betrieb und Familie
BBZ Arenenberg

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