JA zum revidierten Jagdgesetz

15.09.2020

In Bern versammelten sich Bäuerinnen und Bauern, Jägerinnen und Jäger sowie Sympathisanten aus allen Landesteilen auf dem Bundesplatz, um gemeinsam für ein JA zum revidierten Jagdgesetz einzustehen. Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik und von betroffenen Organisationen appellierten mit Herzblut und triftigen Argumenten für ein JA des Stimmvolkes.

«Das angepasste Jagdgesetz schafft die Voraussetzungen für ein Nebeneinander von Land-, Forstwirtschaft und Grossraubtieren und stärkt die Sicherheit für Tiere, Landschaften und Menschen», so Anton Merkle, Präsident JagdSchweiz. Diese Sicherheit ist auch den Nationalrätinnen Esther Friedli und Simone de Montmollin wichtig. De Montmollin wies auch auf die Finanzierung von Arten- und Lebensraumschutz, von Zugvögel- und Wildtierreservaten, auf die Beteiligung des Bundes an Behebung von Infrastrukturschäden des Bibers sowie auf die 300 Wildtierkorridore hin. Sie warnte: «All dies sind langjährige Forderungen der Gegner, die mit dem Referendum nun aufs Spiel gesetzt werden.»
Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete, begrüsst, dass mit dem neuen Gesetz nicht nur die Nutztiere, sondern auch Wildtiere wie zum Beispiel Biber und Luchs besser geschützt werden. Statt wie bisher bei über 300 geschützten Arten ist neu nur noch bei drei überhaupt eine Regulierung möglich. Der betroffenen Bergbevölkerung verursachen immer mehr Wölfe immer mehr Konflikte. Bergbäuerin Regula Schmid-Blumer ist besorgt: «Das Nebeneinander von Wolf und Alpwirtschaft ist für uns sehr belastend. Wir müssen unser Vieh Tag und Nacht schützen. Mehrere Schafzüchter stellten deshalb die Alpbestossung bereits ein, ganze Talschaften drohen nicht mehr bewirtschaftet zu werden. Dadurch gehen wertvolle Traditionen, wie zum Beispiel die Herstellung von Alpkäse, verloren und die alpine Kulturlandschaft verbuscht.» Wegen Letzterem befürchtet Jill Nussbaumer, passionierte Wanderin und Vizepräsidentin der JFDP, dass die Wandermöglichkeiten in der Schweiz stark eingeschränkt werden könnten. Sie hält es nicht für richtig, dass Städterinnen und Städter der Bergbevölkerung vorschreiben, unter welchen Bedingungen sie zu leben hat.
Nationalrat Markus Ritter unterstrich, dass sich auch die Schweizer Landwirtschaft für die Artenvielfalt einsetzt. Der Präsident des Schweizer Bauernverbands sieht aber Grenzen: «Die Land- und Alpwirtschaft sind durch die Rückkehr der Grossraubtiere ganz besonders betroffen. Es ist legitim, dass Bäuerinnen und Bauern ihre Tiere schützen wollen.» Er wundert sich, weshalb Schafe und Ziegen von den Tierschutzorganisationen kaum Schutz bekommen und hilflos den Wölfen ausgesetzt werden. Nebst Reden sendeten die Teilnehmenden mit Glocken, Treicheln und Alphornklängen einen Weckruf an die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, sie mit einem JA zu unterstützen. Das revidierte Jagdgesetz sei klar ein Schutzgesetz im Interesse der ganzen Bevölkerung. Sie appellierten an das Stimmvolk, am 27. September JA zu stimmen.


Text und Bilder: Ramon Lienhard, SBV

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