Maschinelle landwirtschaftliche Arbeiten während Ruhezeiten

16.06.2020

In der Landwirtschaft werden Feldarbeiten zunehmend nicht nur werktags zwischen 7 und 19 Uhr verrichtet, sondern auch abends, nachts oder an Sonn- und Feiertagen. Wenn dies in der Nähe von Wohnquartieren vorkommt, kann der Maschinenlärm die Bevölkerung belasten.

Vom Recht her erlaubt
Die Rechtsgrundlagen erlauben, dass Landwirtschaftsbetriebe an Sonn- und Feiertagen sowie abends und nachts dringende wetterabhängige Arbeiten verrichten dürfen:
«Dringende Arbeiten in der Landwirtschaft dürfen an öffentlichen Ruhetagen erledigt werden (§1a, §5 und §6 RLG). In der Schweiz gilt bezüglich Lärm jedoch auch das Vorsorgeprinzip: Emissionen sind so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 USG).»

Klagen wegen Lärmbelastung
Oft werden an uns Reklamationen über Landwirte herangetragen, die trotz Schönwetterperiode (zuletzt beobachtet am Pfingstsonntag) heuen und spritzen. Die Bevölkerung hat zwar sehr grosses Verständnis, wenn das Wetter keinen Handlungsspielraum zulässt. Aber sie fühlt sich zurecht gestört, wenn immer wieder dieselben Landwirte zu Unzeiten mit lärmigen und stinkenden Arbeiten stören. Sind und waren die anstehenden Feldarbeiten tatsächlich so dringend, dass sie während der Ruhezeiten erledigt werden müssen? Ist die Feldkultur bereits so reif, dass die Ernte nicht verschoben werden kann?

Rücksichtnahme
Wir appellieren an die Vernunft jedes Einzelnen, sich beim nächsten Mal zu überlegen, ob es wirklich so dringend ist, während der Ruhezeiten Arbeiten zu verrichten. Denn wir sind auf ein gutes Mit- und Nebeneinander mehr als angewiesen.


Text: Jürg Fatzer, Geschäftsführer Verband Thurgauer Landwirtschaft
Bild: Stephan Traber

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