Neue Wertschätzung der Landwirtschaft

02.06.2020

In diesem ganz besonderen Frühjahr haben regionale, saisonale und ökologisch produzierte Lebensmittel grossen Zuspruch erlebt. Die Verkaufszahlen vom Hofladen bis zum Grossverteiler sind stark angestiegen.
Wichtiger noch als die sehr erfreulichen Verkaufszahlen scheint mir die gestiegene Wertschätzung für die Lebensmittelproduktion vor Ort und nach hohen Umweltstandards. Was gilt es zu tun, damit diese Achtung des einheimischen Schaffens anhält? Werden die Leute den regionalen Produkten treu bleiben, wenn die Billigangebote im nahen Ausland wieder locken? Alle Kundinnen und Kunden aus der Coronazeit werden der Schweizer Landwirtschaft nicht bleiben. Die Schnäppchenjäger werden abspringen. Doch für viele Menschen gehen gesunde Ernährung und der Schutz der Umwelt Hand in Hand und dafür sind sie auch bereit, gerechte Preise zu bezahlen. Diese Kundschaft müssen wir pflegen – als Konsumentinnen und Konsumenten ebenso wie als Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Alle Produktionsrichtungen, von bio bis konventionell, müssen zeigen, was sie gut machen, aber auch zu den Defiziten stehen und an ihrer Verbesserung arbeiten. Mit ehrlicher Kommunikation und geeintem Auftreten von landwirtschaftlicher Seite wird die Wertschätzung anhalten und zu Abstimmungsresultaten führen, die allen Produktionsrichtungen Zukunftsperspektiven bieten und Zeit geben, immer nachhaltiger zu werden.

Jakob Rohrer, BBZ Arenenberg, Biolandbau

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