Ostern 2020

09.04.2020

Liebe Bäuerinnen und Bauern

Die Welt spielt verrückt und wir sind mittendrin, wer hätte das gedacht? Ich nicht, habe mich immer ein wenig lustig gemacht über das Supervirus, gebe es ehrlich zu.
Doch plötzlich steht alles still, keine Flugzeuge mehr am Himmel, kein Stau vor dem Gotthard, keine Schule, keine Versammlungen und keine Sitzungen.
Die Landwirtschaft ist unterschiedlich betroffen, Betriebe mit Hofläden und Gemüselieferdienste sind gefragt wie nie, können sich vor Arbeit kaum retten. Die Verlierer in unserer Branche sind Weinbauern, Kälber- und Rindermäster. Hochpreisprodukte werden eher in Restaurants konsumiert, zu Hause ist das Alltägliche gefragt.
Der Bund will den Fleischpreis stützen, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Gleichzeitig wird der Weg frei gemacht, um Butter zu importieren, was natürlich für den Milchproduzenten stossend ist. Was ist richtig? Je nach Situation wünschen wir uns mehr oder weniger Markt, den richtigen Weg zu finden, den Weg, der für alle passt, gibt es wahrscheinlich nicht.
Ich geniesse die Zeit, in der die negativen Berichte über die Landwirtschaft nicht mehr im Fokus sind. Die Luftverschmutzung nimmt ab, obwohl unsere Kühe draussen weiden, Greta ist in den Hintergrund gerückt und die Trinkwasserinitiative nicht mehr in aller Munde. Nutzen wir diese Zeit, um mit positiven Schlagzeilen auf uns aufmerksam zu machen! Die Lokalmedien sind froh um spannende Beiträge, in dieser Zeit ohne öffentliches Leben. Zeigen wir auf, dass wir fähig sind, unseren Beitrag zu leisten, das Land mit guten und gesunden Lebensmitteln zu versorgen, so wie immer, ohne den Zeigefinger zu erheben!
Ich wünsche Ihnen wunderschöne Ostertage, bleiben Sie gesund und bleiben Sie zu Hause!

Herzlichst

Maja Grunder
Co-Vizepräsidentin VTL

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