Schuldig!?

28.07.2020

Ich, Mutterkuhhalter im Talgebiet mit Ackerbau, bekenne mich nach folgender Auflistung schuldig:
− Haltung von Nutztieren
− Produktion von Rindfleisch mit der damit verbundenen
    Ressourcennutzung und Ausscheidungen
− Eingriffe in die Natur
− Arbeiten, Bauen und Wohnen in der Landwirtschafts(Nichtbau)zone

Diese Auflistung könnte noch um einige Seiten erweitert werden. Darauf verzichte ich und denke mir: Bin ich oder die gesamte Landwirtschaft vielleicht aus einem anderen Blickwinkel ebenfalls schuldig?
− Ernährungssicherung der Bevölkerung
− Erfüllen der Qualitätsanforderungen der Lebensmittel
− Spiegel der Gesellschaft und ihrer Ernährungsgewohnheiten

Auch diese Auflistung ist bei Weitem nicht abschliessend.

Obwohl von allen Seiten kritisiert, korrigiert und kontrolliert, bin ich der festen Überzeugung, dass die Schweizer Landwirtschaft eine Zukunft hat und die Schuld nicht alleine tragen muss. Nehmen wir die ganze Gesellschaft mit ihrem Lebens- und Kaufverhalten mit in die Pflicht. Dasselbe gilt für unsere Marktpartner auf der gesamten Wertschöpfungskette. Veränderungen schaffen auch Chancen und Akzeptanz.

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob ich Freude an meinem Beruf habe? Ja – unbedingt schuldig!


Ueli Schild, Vizepräsident Mutterkuh Schweiz

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