Stellenmeldepflicht gilt wieder

23.06.2020

Die Stellenmeldepflicht wurde während der Corona-Ausnahmesituation ausgesetzt und gilt seit dem 8. Juni wieder. Somit müssen sämtliche offene Stellen von Hilfskräften in der Landwirtschaft (inklusive Gemüse- und Weinbau) wieder gemeldet werden.

Im Februar 2014 nahmen Stimmvolk und Stände die Masseneinwanderungs-Initiative an. Eine Massnahme, diese umzusetzen, ist die bessere Ausnutzung des vorhandenen Inlandpotenzials an Arbeitskräften. Dazu führt der Bund auf den 1. Juli 2018 die sogenannte Stellenmeldepflicht ein. Diese gibt vor, dass in Berufsarten mit einer festgelegten Mindestarbeitslosenquote alle offenen Stellen der öffentlichen Arbeitsvermittlung (RAV) gemeldet werden müssen. In einer ersten Zeit gilt ein Schwellenwert von 8 Prozent, ab Anfang 2020 liegt dieser dann bei 5 Prozent. Neu fallen sämtliche Hilfskräfte in der Landwirtschaft inklusive Gemüse- und Weinbau unter die Stellenmeldepflicht. Konkret bedeutet dies, dass diese freien Stellen zuerst beim RAV gemeldet werden müssen. Das RAV gleicht die Ausschreibung mit den bei ihnen gemeldeten Personen ab und macht innerhalb von drei Arbeitstagen Vorschläge für Kandidatinnen und Kandidaten. Beim RAV gemeldete Personen dürfen sich auch direkt bewerben. Der Betriebsleiter muss alle prüfen und eine Rückmeldung geben. Ausgenommen von der Stellenmeldepflicht sind Arbeitseinsätze, die maximal 14 Tage dauern. Ebenso wenn Stellen mit internen Personen besetzt werden, die seit mindestens sechs Monaten bereits im Betrieb angestellt sind. Dies gilt auch für Lernende, die im Anschluss an eine Lehre angestellt werden. Die Anstellung von Ehepartnern oder engen Verwandten (gerade Linie) ist von dieser Pflicht ebenfalls befreit.


Text: Schweizer Bauernverband, Agrimpuls

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