Verbunden mit der Landwirtschaft

10.12.2019

Es ist erstaunlich, wie viele Nationalratskandidaten im Wahlkampf bäuerliche Wurzeln entdeckt haben. Sicher war da ein wenig Wahlkampf drin, aber man spürte glaubhaft die positive Einstellung zur Landwirtschaft, eine Verbundenheit, die zum Beispiel auf den Onkel, den Nachbarn oder den Grossvater zurückgeht. Diese Bauern im Umfeld der Kandidaten haben etwas ausgelöst, an das sich diese Frauen und Männer gerne erinnern. Eine Rückbesinnung auf die erlebte Zeit auf einem Hof, das Dazugehören bei Saat und Ernte, beim Kälbertränken, Kühe auf die Weide lassen und das Essen am grossen Familientisch.
Diese Verbundenheit ist eine gute Basis, um über aktuelle landwirtschaftliche Themen ins Gespräch zu kommen, aktuelle Themen auf hohem Niveau zu diskutieren und Unterstützer für landwirtschaftliche Anliegen zu gewinnen.
Was kann ich, können wir tun? Gestern hat eine Frau gefragt, ob sie nicht für ein paar Stunden pro Woche bei uns arbeiten darf, weil ihr zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Heute Morgen hat mich ein Junge gefragt, ob er helfen kann. Nächsten Frühling sind wieder viele Betriebe gesucht für Landdienstler, das Projekt Lift der Volksschulen und für Praktikanten der HAFL und ETH.
Oft passt es nicht wirklich, haben wir zu wenig Beschäftigung für unqualifizierte Personen. Es gibt Mehrarbeit zum Kochen, Waschen und zum Anleiten dieser Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Eigentlich passt es nicht, oft nicht, mir nicht.
Gestern habe ich Ja gesagt und schaue mal, was daraus wird. Heute habe ich Nein gesagt und den Jungen auf nächste Woche vertröstet. Hätte ich mein Programm umstellen und doch Ja sagen sollen? Mit diesen Gedanken wünsche ich euch eine frohe, besinnliche, gesegnete und etwas ruhigere Adventsund Weihnachtszeit.


Daniel Vetterli, Ressort Milchwirtschaft

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