Vorsorge für alle?!

19.03.2019

In den letzten Wochen konnte man viel über die soziale Absicherung in der Landwirtschaft lesen. Hohe Wellen schlug dann der Vorschlag, dass bei der AP 22+ ein Obligatorium für eine minimale Vorsorge für Bäuerinnen gefordert wurde. Der SBV hat dies in seiner Vernehmlassung abgelehnt. Ich weiss nicht, was mich mehr ärgert – diese ablehnende Haltung oder die Tatsache, dass wir in der heutigen Zeit überhaupt noch darüber diskutieren müssen.
Ist es wirklich noch gang und gäbe, dass der «Bauer» die «Bäuerin» nur versichert oder mit einem Lohn bezahlt, wenn es steuerliche Vorteile bringt? Jeder Betrieb kann heute alle auf einem Hof arbeitenden Personen versichern, selbstverständlich auch die Ehefrau!
Liebe Bäuerinnen, wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Ihre Vorsorge aussieht, wieviel Geld Ihnen bei einem Todesfall Ihres Mannes bleibt, wie Sie abgesichert sind bei Invalidität, beim Übertritt ins AHVAlter, dann besprechen Sie dies mit Ihrem Mann. Ihr Versicherungsberater zeigt Ihnen gerne auf, welche Versicherungen Sinn machen, damit Sie beide abgesichert sind.
Das BBZ Arenenberg bietet im Winter Kurse zu diesem Thema an. Der Notar in Ihrer Region wird Ihnen gerne auch erklären, wie Sie mit einem Ehe- und Erbvertrag bei einem Todesfall als hinterbliebener Ehepartner bessergestellt sind. Auch Ihr Treuhänder kann Ihnen bei Fragen behilflich sein.
Bei der Vorsorge und Versicherung ist es wie bei allen anfallenden Betriebs- und Familienentscheiden: Sie sollten partnerschaftlich gefällt werden. Im Glauben, dass dies auf vielen Thurgauer Betrieben schon so gehandhabt wird, wünsche ich Ihnen bei allen Fragen und Diskussionen ein gutes Miteinander.


Maja Grunder
Vizepräsidentin VTL
Präsidentin Kommission Frauen in der LW

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