Wenn aus einer Herausforderung ein Privileg wird

21.01.2020

Liebe Leserin, lieber Leser
Dass eine Herausforderung zum Privileg wird, erleben die einen häufig und andere eher selten. Oft bleibt eine Herausforderung was sie ist und nicht immer wird sie zum Gewinn, zum Privileg oder zum Vorrecht.
Wovon ist der Weg von der Herausforderung zum Privileg abhängig? Was braucht es von mir persönlich, dass eine Lebenssituation, eine Phase oder vielleicht sogar ein Mitmensch von der Herausforderung zum Privileg wird?
Hat es mit meinem Blick aufs Leben zu tun? Ob ich pessimistisch oder eher optimistisch veranlagt bin? Ob ich zufrieden bin mit dem, was ich bin und habe oder eher das sehe, was ich nicht habe und nicht fähig bin zu sein?
Darüber zu philosophieren ist reizvoll und gäbe sicher spannende Diskussionen. Jeder könnte etwas dazu beitragen, weil: Herausforderungen kennen wir alle.
Mein Vater zum Beispiel war als Pächter mit in die Jahre gekommenen Gebäuden und Einrichtungen herausgefordert. Die Melkerei in zwei Ställen, die zeitintensive Fütterung und die körperlich anstrengende Misterei bewältigte er über viele Jahre. Und doch war er immer felsenfest davon überzeugt, den schönsten Beruf gewählt zu haben. Während meinem Lehrjahr auf dem elterlichen Betrieb blieb aber das Waschen des Milchgeschirrs draussen beim Brunnen für mich immer eine Herausforderung…! Die Landfrauentage erlebe ich jedes Jahr als Herausforderung – und auch dieses Jahr wurde es ein grosses Privileg, die Anlässe in den gut gefüllten Kirchen mitzugestalten und mitzuerleben.
Ich wünsche euch allen, dass im noch jungen Jahr Herausforderungen nicht zu Überforderungen, sondern zum Privileg werden.

Regula Böhi-Zbinden,
Präsidentin Thurgauer Landfrauenverband

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