Wer sucht, der findet...

29.09.2020

Diese Redewendung hat viel Wahres. Doch lange nicht jede Suche endet mit Finden. Manchmal findet man auch etwas, ohne zu suchen.
Bei uns in Familie und Hof sind wir zurzeit auf der Suche nach dem idealen Erntezeitpunkt von Häckselmais, auf der Suche nach einer Lehrstelle und auch auf der Suche nach den Mostäpfeln im Gras. Zudem sucht bestimmt täglich jemand nach einem verlegten Ding. Immer schön, wenn diese «Suchen» mit «gefunden» enden.
Ohne zu suchen, findet man in den Medien und Zeitungen Beiträge und Leserbriefe zu Abstimmungsvorlagen in naher oder weiterer Zukunft. Mich ärgert es, wenn die Suche nach Begründungen und Auswertungen so einseitig ausgelegt wird, dass sie die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion belastet. Wer sucht, der findet immer einen Sündenbock.
Darum hat es mich besonders gefreut, als ich in einer Beilage eines Grossverteilers den Beitrag «Tatendrang» gefunden habe. Dort wird an alle appelliert, ihr Konsumverhalten in allen Bereichen bewusster zu gestalten. Der Einsatz von nachhaltigen Reinigungsmitteln und Körperpflegeprodukten und der klare Vorteil von regionalen und saisonalen Lebensmitteln werden kurz und gut erklärt. Für mich gehört auch ein massvoller Umgang mit Medikamenten und Alltagsgegenständen wie z.B. Bekleidung und Luxusgütern dazu. Wer sucht, der findet bestimmt beim eigenen Verhalten Potenzial.
Spannend finde ich auch, wenn Landwirte/-innen mit ihren Unternehmen den nachhaltigen Zeitgeist erkennen und sich wagen, Neues auszuprobieren. Auch hier, wer neue Ansätze sucht, der findet neue Erkenntnisse. Mit Taten, Ergebnissen und Erkenntnissen können wir schlussendlich weit besser argumentieren als mit einer strikten Abwehrhaltung.


Gaby Herzog, Frauen in der Landwirtschaft, VTL

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