Wir werden beobachtet

11.08.2020

Unser Betrieb liegt an einer viel befahrenen Veloroute. So kommt es öfters vor, dass sich die Velofahrer auf ihrer Tour mit unseren Kühen kreuzen, wenn diese unterwegs sind auf die Weide oder nach Hause kommen. Nebst den Wenigen, die mit einer Slalomfahrt durch die Kühe versuchen möglichst schnell weiter zu kommen, gibt es viele, die anhalten und das Gespräch suchen.
«Schön, dass die Kühe auf die Weide dürfen und danke, dass wir die Kuhfladen auf der Strasse zusammennehmen », sind die von uns am meisten gehörten Sätze der Wartenden. Es kommt dann aber schnell mehr und es entwickeln sich in den 5 bis 10 Minuten zum Teil sehr interessante Gespräche. Die meisten wissen nämlich nicht, warum wir das, was wir machen, gerade so machen. Informationen zur Landwirtschaft werden sehr gerne entgegengenommen.
Im Laufe des Gesprächs kommt dann vom Gegenüber oftmals der fast schon solidarische Hinweis: «Ja, meine Mutter ist auch auf einem Bauernhof aufgewachsen» oder «Mein Grossvater hatte einen Landwirtschaftsbetrieb» und sie erinnern sich dann gerne, wie sie ihre Zeit auf dem Bauernhof erlebt haben.
Es wird in den Gesprächen auch festgestellt, dass die Landwirtschaft unter Druck steht. Einer sagte einmal: «Ihr könnt fast machen was ihr wollt, irgendjemand hat immer etwas an eurer Arbeit auszusetzen ».
Im Hinblick auf die kommenden Abstimmungen zu landwirtschaftlichen Themen, welche für die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft wegweisend sein werden, ist die Landwirtschaft zu einem öffentlichen Thema geworden. Viele Leute glauben zu wissen wie es geht, wollen sich einbringen und uns sagen, wie es richtiggemacht wird.
Wir stehen unter ständiger Beobachtung. Nutzen Sie die Möglichkeit für ein kurzes Gespräch. Erklären sie, was wir machen, auch wenn sie für den Moment eigentlich keine Zeit dazu haben. Es lohnt sich, denn sie wissen nicht was wir tun.


Urs Schär, Vorstand VTL

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