Wird dir auch manchmal alles zu viel?

23.10.2017

Als Mitinitiantin komme ich nicht darum herum, mir die zentrale Frage des diesjährigen Bäuerinnenforums selber auch zu stellen. Ja, auch mir wird manchmal alles zu viel. So geschehen diesen Sommer. Nach sechs Todesfällen und einer schweren Erkrankung innerhalb von sieben Monaten in der näheren und weiteren Familie und 40 innerhalb von drei Wochen zu korrigierenden Projektarbeiten kam ich Mitte Juli ziemlich auf dem Zahnfleisch daher. Dies in einer Zeit, wo auf unserem Betrieb Hochkonjunktur herrscht und viele Vorräte für uns und unseren Hofladen angelegt werden müssen. Der Hagelschlag und tornadoartige Sturm vom 2. August brachte mich endgültig an meine Grenzen. Zehn Tage lang zu viert arbeiten bis nur wieder aufgeräumt (und noch kein einziger Franken verdient) ist. Hinzu kommt der Erwerbsausfall durch die Schäden an einzelnen Kulturen. Das zehrte an unser aller Nerven. Als wir wegen dem durch die Aufräumarbeiten verursachten Rückstand bei den Feldarbeiten unsere Ferien in der Normandie absagen mussten, habe ich für mich die Notbremse gezogen. Mitte August bin ich für drei Tage alleine verreist und habe das gemacht, was ich schon lange machen wollte: meinen Onkel im Pflegeheim, am Rand des Emmentals, besuchen. Meine Route durch die halbe Schweiz habe ich so gewählt, dass ich zusätzlich vier gute Freundinnen besuchen und Polo Hofer die letzte Ehre erweisen konnte. Die Zeit mit mir selber, der Austausch mit den mir lieben Menschen und das Schwelgen in Erinnerungen an meine Adoleszenz haben mir unendlich gut getan, mich entspannt und für die Herausforderungen des restlichen Sommers gestärkt.
Bei jeder und jedem von uns sind die Anzeichen der Überforderung unterschiedlich. Wie sie aussehen und wie wir Gegensteuer geben können, erfahren wir am Bäuerinnenforum vom 9. November in Weinfelden. Ich lade Sie herzlich ein, dabei zu sein.


Andrea Heimberg Müller
Kommission Frauen in der Landwirtschaft

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