Ausgabe Nummer 48 (2004)
107. Delegiertenversammlung
| Schweizer Braunviehzuchtverband | |||
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107. Delegiertenversammlung
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| Knapp 600 Stimmberechtigte haben am 17. November 2004 im Kongresshaus Zürich an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Braunviehzuchtverbandes (SBZV) ihren Vorstand mit Markus Zemp als Präsident für eine weitere Amtsperiode von vier Jahren gewählt. Neu in den Vorstand wurde für den abtretenden Roland Baumgartner, Gelterkinden BL, Anton Bucher Stüsslingen SO, und an Stelle von Ignaz Speck, Meisters-rüti AI, Martin Preisig, Stein AR, als neue Vorstandsmitglieder gewählt. Die ordentlichen Geschäfte wurden alle ohne Gegenstimmen gutgeheissen. Ebenso die Erfolgsrechnung 2003. Nach Abschreibungen und Rückstellungen kann ein Gewinn in der Höhe von 86 511 Franken ausgewiesen werden. Die Eigentümer von 16 Kühen mit hohen Lebensleistungen zwischen 126 000 kg und 155 000 kg durften eine Glocke beziehungsweise eine geschnitzte Kuh in Empfang nehmen. Markus Zemp, Präsident SBZV, zeigte sich in seiner Eröffnungsansprache erfreut, dass der Nutztiermarkt wieder steigende Preise verzeichnet und damit die Einkommen der Bauernfamilien wieder etwas stabilisiert wurden. «Wir sind stolz darauf, was wir in den vergangenen Jahren und Monaten für unsere Mitglieder erreicht haben, wir setzen als Dienstleistungsunternehmen in der Schweiz den Trend. Als Erster hat der BVZV so unentbehrliche Dienstleistungen wie die Harnstoffbestimmung, Internetdienstleistung BrunaNet, die erweiterten Möglichkeiten der Milchleistungsprüfung und neuer-dings den sehr erfolgreich gestarteten Aceton-Test lanciert. Dank dem kostenbewussten Management konnten in diesem Jahr Tarife gesenkt werden.» Zur Freude Anlass gaben auch die gewonnenen Wettbewerbe in Verona. Bei der Europameisterschaft der Jungrichter haben die Schweizer Braunviehzüchter alle Podestplätze für sich entschieden. Weiter berichtete Zemp von den Zusammenarbeitsmodellen, die gegenwärtig geprüft werden. Eine von der ASR eingesetzte Arbeitsgruppe prüft derzeit drei Modelle einer zukünftigen Zusammenarbeit aller Zuchtverbände. Diese umfassen eine Fusion aller Organisationen in einen Zuchtverband, die Bildung eines gemeinsamen Dienstleistungszentrums sowie die Gründung einer gemeinsamen EDV- und Zuchtwertschätzungsplattform. Diese drei Varianten werden derzeit ausgearbeitet und die Konsequenzen sowie Vor- und Nachteile detailliert aufgelistet und den Zuchtorganisationen als Entscheidungsgrundlage vorgelegt. Meine Vision für die Braunviehkuh der Zukunft Unter der Leitung von Markus Harder, Vizepräsident des SBZV, diskutierten im Anschluss an die ordentlichen Geschäfte Winfried Kennerknecht aus Immenstadt, Deutschland, Anton Wagner aus Niederösterreich und Philippe Gruet, Schweiz, über die Vorteile der braunen Kuh in ihrem Betrieb. Mit seinen 28 Braunviehkühen samt Nachzucht zeigte sich Winfried Kennerknecht sehr zufrieden. Für seinen Betrieb sei das die ideale Rasse, deren Stärken er in den nächsten zehn Jahren weiter herausheben und verbessern will. Sie dürfe nicht grösser als 150 cm sein, kein zu scharfer Typ mit lebendiger, gesunder Fitness. Es soll aber nur so viel Fleisch vor-handen sein, wie sie braucht. Bei der Anpaarung beachte er Euter und Melkbarkeit besonders gut. «Bei der Melkbarkeit dürfen keine Experimente gemacht werden, denn hier entscheidet der mögliche Käufer einer Kuh. Über zwei Liter Minutengemelk sind gut, alles andere ist schlecht für den Handel», ist Kennerknecht überzeugt. Bei den Inhaltsstoffen der Milch sind für Kennerknecht die Prozente wichtig. Anton Wagner liebt milchleistungsstarke Kühe, denn für ihn hat die Wirtschaftlichkeit Vorrang vor Schönheit. Die Milchleistungsstärken vom Braunvieh sollen laut Wagner gehalten und weiter ausgebaut werden. Die Melkbarkeit muss Thema Nummer eins sein. Vor allem grössere Betriebe sind auf funktionelle Euter angewiesen. Das Thema der scharfen Kuh ist für Wagner ein weiter Begriff. Vor allem soll es keine Kopie der Holstein-Kuh sein. Sie soll keine Verfettungen aufweisen, um fit für eine gute Leistung zu sein. Die Frage nach der Grösse einer Kuh liegt bei Wagner bei der Wirtschaftlichkeit und nicht im Schauwesen. «Eine mittlere Kuh mit etwas längeren Zitzen, die keine Schauen gewinnt, ist für die meisten Milchbetriebe wirtschaftlicher.» Ziel für die nächsten Jahre soll eine gesunde Weiterentwicklung der wichtigsten Merkmale sein. 9000 kg Milchleistung im Jahr, gutes Fett/Eiweiss Verhältnis, gute Fruchtbarkeit, eine Lebensleistung von 45 000 kg, eine langlebige Kuh, die im Betrieb nicht auffällt, so stellt sich Philippe Gruet, Sermuz, Vorstandsmitglied SBZV, die Kuh für die nächsten Jahre vor. Gruet sorgt sich um die Melkbarkeit beim Braunvieh. Es werden zu viele Stiere mit schlechter Melkbarkeit eingesetzt. Die Kuh soll nicht zu scharf sein. Sie sollte nach dem Abkalben nicht zu viel Substanz verlieren. Eine Kuh mit mittlerer Grösse und einer guten Wirtschaftlichkeit dient dem Betrieb mehr als eine grosse Schaukuh, deren Leistung besser sein könnte. Es soll auch in Zukunft auf eine gute Milchleistung, eine gute Melkbarkeit und vielleicht noch mehr Fett und Eiweiss gezüchtet werden. Hanni Schild |
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