Ausgabe Nummer 41 (2004)

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110 verschiedene Salate auf dem Prüfstand

Qualitätsförderung beim Salatanbau
 
110 verschiedene Salate auf dem Prüfstand
 
Zwischen dem 9. und 11. September 2004 haben rund 150 Produzenten, leitende Angestellte und Berater den Salatversuch auf dem Bio-Jungpflanzen-Anzuchtbetrieb der Familie Beat Jud in Tägerwilen besichtigt. 110 Salate von neun Züchtern gab es zu bewerten.
 
Peter Konrad, Beat Jud, Stephan Widmer, Ottokar Hierling, Raiffeisenlagerhaus, Insel Reichenau, an der Bonitierung (zvg)
 
Der Versuch wurde von Beat Jud, unter Mithilfe von Ottokar Hierling, der «Raiff-eisen Lagerhaus Insel Reichenau» und Stephan Widmer, Syngenta Seeds, angelegt. Zwischen 150 bis 200 Pflanzen pro Sorte konnten auf Homogenität in Form, Farbe, Reife und Ertrag, auf ihren Verwendungszweck sowie auf Blattlaus- und Mehltauresistenz verglichen werden.

Versuchsanlage
Die Versuchsanlage von 25 Aren Grösse war unterteilt in 110 Felder, auf denen 150 bis 200 Pflanzen pro Sorte gesetzt wurden.
Eisberg, Endivien, Lollo, Batavia, Lattich und Eichblatt sind in der 31. Woche (30. Juli), Kopfsalat und Eichblatt rot in der 32. Woche (6. August) gepflanzt worden. Ab der 32. bis Mitte 35. Woche war das Wetter alles andere als hochsommerlich. Kühle Nächte, teils leichter Regen, starke Bewölkung und teils wenig Sonne zeichneten die erste Wachstumsphase aus. Erst ab Mitte der 35. Woche kehrte schönstes Spätsommerwetter ein. Es wurde trocken und heiss, sodass zweimal (20 mm) bewässert werden musste. Die Versuchsparzelle ist zweimal von Hand gehackt und einmal maschinell mit dem Geissfuss befahren worden. Es wurden keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt. 14 Tage vor der Pflanzung wurde die Parzelle (25 Aren) mit 12 m3 Jauche gedüngt, und in der 34. Woche ist eine Kopfdüngung mit Biorga (6 kg/a) ausgebracht worden. Erntereif waren die Sorten nach 44 bis 50 Tagen.

Resultat:
Bezüglich Reife, Ertrag, Form sowie Re-sistenzen und Gesundheit konnten zum Teil grosse Unterschiede festgestellt werden, einmal innerhalb der Sorten (Ausgeglichenheit) und die Sortenunterschiede als solche. Das hier publizierte Resultat ist ein Zusammenzug der Versuchspartner und Peter Konrad.

Kopfsalat
31 grüne und drei rote Sorten von sieben Züchtern standen zur Beurteilung an.
Neben den Standards Jiska (RZ), Estelle (Hild) und Ponchito (RZ) zeigten sich drei Neuheiten als ebenbürtig oder leicht besser:
RZ 43-20 für einen Anbau über die ganze Freilandanbauzeit, Tizian LS (3642) S&G für den Sommeranbau und RZ 43-46 als roter Kopfsalat. Der RZ 43-20 zeigt eine Resistenz gegen Falschen Mehltau BL1-25&NAS, der Flouran (LS 3642) S&G eine Resistenz gegen BL1-24&NAS sowie Blattläuse. Die Sorten RZ 43-46 und Nobellan (S&G) sind resistent gegen BL1-25&NAS und Blattläuse.

Eisberg
16 Eisbergsorten von vier Züchtern waren auf dem Prüfstand. Neben den Standardsorten Tiger (EZ), Stallion (RS) und der Frühlingssorte Mirette (RZ) schlägt die Neuzüchtung von RZ Silvinas oben aus bezüglich Form, Farbe, Reife, Gesundheit und den Resistenzen FM 1-25 sowie Blattläusen.
Weiter zu beobachten sind die Sorten Etude (EZ) und die Neuheit RZ 45-60.

Endivie glatt
Sechs Sorten von drei Züchtern standen an, von denen zwei Sorten Eros (Bejo) und Cigal (RZ) neben den Standardsorten bestehen konnten bezüglich Gesundheit, Wuchs, Farbe und Ausgeglichenheit.

Endivie Frisée
Es konnten ebenfalls sechs Frisée-Sorten von drei Züchtern bewertet werden. Neben der Standardsorte Davos (Bejo) konnte sich nur Myrna (EZ) als Frischmarkt- und Verarbeitungstyp hervorheben.

Lollo rot/grün
Vier Züchter mit sieben roten und sechs grünen Sorten konnten auf Leistung, Gesundheit, Blattstellung/Blattgrösse und Resistenzen verglichen werden. Bei den roten Sorten dominierten die Standards Bellissimo (Hild) und Bastille (RZ). Zukunftsträchtig ist die Neuzüchtung RX 3490 (RS).
Bei den grünen Sorten dürfte die Neuzüchtung RX 4067 (RS) die Standardsorte Levistro (RZ) ablösen.

Batavia gelb/rot
Zehn gelbe und zwei rote Züchtungen erhofften sich die Gunst des Vergleichs. Neben Funtime (S&G) (gelbe Sorte) und den beiden roten Standards Bocado (Vil) und Teldo (Hild) sind vor allem zwei neue gelbe Sorten bezüglich Blattform und Blattgrösse, Farbe, Reife, Ertrag und Gesundheit sowie Resistenzen zu beachten:
LS 3751 (S&G) sowie BVP 4883(Vil).

Eichblatt grün/rot
Sechs Züchter mit neun grünen und sieben roten Sorten zeigten Flagge. Neben den beiden grünen Standardsorten Bodega (S&G) und Smile (Hild) zeigte sich nur Kidance (RZ) ebenbürtig. Bei den roten Sorten zeichnete sich Grenadine aus.

Lattich
Die Standardsorte Bacio (EZ) dürfte in nächster Saison bezüglich Farbe, Blattfertigkeit, Blattform, Gesundheit sowie Re-sistenzen durch die Neuzüchtungen E 16.3287 und Reale (EZ) abgelöst werden. Die neuen Sorten eignen sich vor allem für den Frischmarkt und die Verarbeitung.

LBBZ Arenenberg, Fachstelle Gemüse- und Beerenbau, Peter Konrad
 
 
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