Ausgabe Nummer 37 (2008)
15 Jahre innovative Direktvermarktung
Am Samstag, 13. September 2008, öffnen 21 Betriebe ihre Hofladentüren
Zum 15-Jahr-Jubiläum der Interessengemeinschaft Thurgauer Direktvermarkter öffnen 21 Betriebe ihre Hofladentüren. Neben den interessanten Sortimenten mit qualitativ hochstehenden Produkten werden Degustationen, Hofbesichtigungen und Streichelzoos geboten. Das Interreg-IV-Projekt «Wirtschaftsfaktor Nahversorgung» soll die Grenzregion stärken und näher zusammenbringen.«1993 gründeten innovative Bauern die Interessengemeinschaft (IG) Thurgauer Direktvermarkter mit dem Ziel, Weiterbildung und Erfahrungsaustausch zu fördern, eine hohe Qualität und Frische der Produkte anzustreben», erklärte Adrian Tobler, Kopräsident der IG Thurgauer Direktvermarkter, an einer Medienkonferenz im neueröffneten Hofladen von Ewa Kressibucher in Lanzenneunforn. Im Laufe der Jahre wurden die Statuten den Bedürfnissen angepasst. Heute können nicht nur Hofläden sondern auch Betreiber von Besenbeizen, Blumenfeldern, Schlafen im Stroh und Marktfahrer Mitglied der IG Thurgauer Direktvermarkter sein. Diese zählt zurzeit rund 50 Mitglieder. Laut Tobler hat sich die Direktvermarktung im Laufe der Jahre auf vielen Betrieben zu einem wichtigen Betriebszweig entwickelt. Zudem habe die Professionalisierung bei den Direktvermarktern erfreulich stark zugenommen. Nach seinen Beobachtungen schätzen die Konsumentinnen und Konsumenten den persönlichen Kontakt mit den Produzentinnen und Produzenten.
Thurgauer Direktvermarkter mit eigener Homepage
Wie Claudia Brenner, Kopräsidentin IG Direktvermarkter Thurgau, mitteilte, wurde zum Jubiläum die Homepage www. natuerlich-ab-hof.ch geschaffen, welche über Mitglieder, Angebote, Rezepte und anderes mehr informiert. Am Samstag, 13. September, öffnen 21 Mitglieder ihre Hofladentüren. Dabei werden regionale Produkte und Spezialitäten präsentiert. Es besteht vielerorts die Möglichkeit zu Degustationen und Hofbesichtigungen.
Wirtschaftswachstum dank Nahversorgung am Bodensee
Peter Konrad, Leiter Fachstelle Gemüse und Beeren am BBZ Arenenberg, informierte über das Interreg-IV-Projekt «Wirtschaftsfaktor Nahversorgung». Das Ziel dieses Projektes beinhalte Entwicklung, Etablierung und Dokumentation beispielhafter Konzepte und Musterlösungen zur nachhaltigen Sicherung der Nahversorgung, Aufbau regionaler Netzwerke und Partnerschaften, Förderung von Arbeit, Verdienst, Wirtschafts- und Sozialstrukturen in den ländlichen Gemeinden. Nach Konrads Aussagen gehen Prognosen davon aus, dass die Versorgung des täglichen Bedarfs in zum Teil mehr als der Hälfte der Gemeinden der Bodenseeregion gefährdet sei. Dank überregionaler, grenzüberschreitender Zusammenarbeit mit den Partnern in den Landkreisen Konstanz und Ravensburg, dem Land Vorarlberg und dem Kanton Schaffhausen können gegenseitiges Know-how sowie Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Schulungs- und Weiterbildungsseminare geplant werden. «Zwar stehen wir noch am Anfang der Zusammenarbeit, doch führt das Interreg-Projekt «Wirtschaftsfaktor Nahversorgung» direkt zu den Direktvermarktern», so Konrad. Bis Ende dieses Jahres sollen Recherchen, Erhebungen, Veranstaltungen und Vernetzung der Berater erfolgen. Bis 2010 soll der Aufbau von Nahversorgungskonzepten sowie der Aufbau der Beratung stattfinden. Praktische Beispiele sollen bis Ende 2011 stehen und selbstständig laufen. Laut Konrad beträgt die Projektsumme total 554500 Euro. Die Schweiz beteilige sich mit 164500 Euro und der Kanton Thurgau mit 130 000 Euro.
Mario Tosato

Ewa Kressibucher, Claudia Brenner und Adrian Tobler (v. links n. rechts) hoffen auf einen grossen Publikumsaufmarsch am Tag der offenen Hofladentüren. (tos)
