Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


.2017 ist weniger Rindfleisch geschlachtet worden

Ausgabe Nummer 3 (2018)

Ostschweizer Rindfleischproduzenten tagten

An die hundert Mitglieder und Gäste von SwissBeef Region Ost tagten im AgroVet am Strickhof. Dabei wurde aufgezeigt, dass bei guten Preisen weniger Rindfleisch produziert wurde.

«Wir sind die erste landwirtschaftliche Organisation, welche hier im Forum des neuen AgroVet tagt», stellte Oliver Engeli, Präsident von Swiss Beef Region Ost, bei der Eröffnung der diesjährigen Generalversammlung fest. Bei den statutarischen Geschäften war einzig die Festlegung der Jahresbeiträge ein grösseres Thema. Die Verbandsrechnung 2017 weist bei einem Aufwand von 30 200 Franken einen Ertragsüberschuss von 6500 Franken aus und ist deutlich besser ausgefallen als budgetiert. Einerseits flossen mehr Jahres- und Sekretariatsbeiträge als budgetiert in die Verbandskasse. Andererseits verzeichnete man bei der Verwaltung und Interessenvertretung sowie Verbandsabgaben an die Dachorganisation und SBV geringere Ausgaben.
Der Schweizerische Bauernverband hat bei seiner Beitragsstruktur ab 2018 eine Neuorientierung vollzogen. Generell werden dabei die Nutztierhaltung und Spezialkulturen verstärkt zur Kasse gebeten, während vor allem die Milchproduktion sowie teilweise der Pflanzenbau von tieferen Beiträgen profitieren kann. Mit dieser Anpassung vollzieht der SBV auch eine Änderung beim Einzug. «Bis anhin haben wir mit dem Sekretariatsbeitrag auch den Mitgliederbeitrag für den SBV im Gesamtumfang von 20 000 Franken eingezogen, wobei Beef Ost rund ein Drittel dazu beigetragen hat», hielt Engeli fest. Statt bisher 20 000 wird nun der Beitrag der Rindfleischproduzenten auf 155 000 Franken steigen, um anteilsmässig dem Produktionswert Rindfleisch von 483 Mio. Franken gerecht zu werden. Konkret wird der SBV aufgrund der geschlachteten Tiere der Rindviehgattung direkt bei den Bauern über die Identitas AG die Beiträge – pro Schlachtier 90 Rappen – in Rechnung stellen. Damit werden auch alle Trittbrettfahrer erfasst. Ob sich aber dies aufgrund der aktuellen Rechtsprechung im Thurgau durchsetzen lässt ist offen. SBV-Präsident Markus Ritter verwies darauf, dass man alle Nichtzahler im persönlichen Gespräch ersuchen werde, der Beitragspflicht nachzukommen. Aufgrund dieser neuen Ausgangslage sinkt der Jahresbeitrag um 40 Rappen je geschlachtetes Tier und Remontenplatz auf 60 Rappen, wobei der Grundbeitrag überverändert bei 60 Franken bleibt.

Verband wird 50-Jährig
Im laufenden Jahr rechnet man wieder mit einem Aufwandüberschuss von 2700 Franken, welcher auf das geplante 50-Jahr-Jubiläum des am 5. Dezember 1968 im Trauben in Weinfelden gegründeten Verbands zurückzuführen ist, und wofür vorerst 4000 Franken gesprochen wurden. «Heute sind noch mit Conrad Schär, Kurt Herzog und Peter Engeli drei Gründungsmitglieder der dazumal gegründeten Rindermäster-Vereinigung unter uns», zeigte sich Engeli erfreut. Das Jubiläum, welches mit allen Mitgliedern, Partnern und Partnerinnen gefeiert wird, soll im Rahmen eines Grillabends eingebettet in einen Beef-Höck durchgeführt werden. «Wir wollen einen kulinarischen Genuss mit Rindfleisch erleben, wobei keine lange Reden gehalten werden sollen», kündigte Engeli an.
«In der Diskussion um die zukünftige Landwirtschaft nehmen Organisationen wie Vision Landwirtschaft oder die Denkfabrik Avenir Suisse und andere über die Medien einen immer grösseren Einfluss auf die zukünftige Agrarpolitik», stellte Engeli in seinem Jahresbericht fest. Rückblickend auf den Rindfleischmarkt zog er für die ersten 11 Monate des vergangenen Jahres, wegen der leicht höheren Rindfleisch- preise zum Vorjahr, eine erfreuliche Bilanz. So konnte für T3-Tiere im Schnitt 18 Rappen und für Terra Suisse Munis T3 19 Rappen mehr als im Vorjahr gelöst werden. Noch besser sieht es für bei den Kühen aus, welche gar 47 Rappen an Mehrerlösen brachten. «Die Preisdifferenz der Muni zu den Kühen ist auf noch nie dagewesene 30 bis 40 Rappen zusammengeschmolzen », so Oliver Engeli. Gemäss Engeli hat das Schlachtgewicht beim Rindfleisch gesamthaft um 1,5 % und jenes bei den Kühen gar um 4,0 % abgenommen. Entsprechend liegt der aktuelle Inlandanteil beim Rindfleisch bei 80,1 %. Die geringere Zahl an Milchkühen macht aber die Tränker rar, was sich wiederum auf deren Preis auswirkt. Die Tränkerpreise waren im Jahr 2017 im Vergleich zu den Vorjahren auf sehr hohem Niveau mit Höchstpreisen von über 12,50 Franken. Das im letzten Jahr angekündigte DNA-Rückverfolgbarkeitssystem wird mit ersten Proben in den Schlachthöfen im kommenden April gestartet. Das eigentliche Kontrollmonitoring beginnt im August. Gemäss Engeli können die damit verbundenen Kosten von 7,50 Franken je Tier überwälzt werden, sodass es für die Produzenten keine Kostenbeteiligung geben wird.


Roland Müller










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