Ausgabe Nummer 45 (2007)
21. VOFG-Fleckviehauktion in Osterhalden, Frauenfeld
Ersatztier erzielte höchsten Tagespreis
Der Durchschnittspreis war gegenüber der Märzauktion um 22 Franken tiefer und lag bei 3443 Franken. 52 der 53 aufgeführten Fleckviehtiere konnten verkauft werden.Fast schon in der Manier eines Staatsmannes nahm Auktionator Andeas Aebi, Alchenstorf BE, die Gratulationen und den herzlichen Applaus zur Wahl in den Nationalrat entgegen. Aebi, der schon von Beginn weg die Fleckviehauktion des Verbands Ostschweizerischer Fleckviehzuchtgenossenschaften (VOFG) in Frauenfeld führt, schlug ein forsches Tempo an. Doch machten die Käufer nur sehr zögernd mit, so dass Aebi einige Tiere nicht zuschlagen konnte. Diese gingen zurück in den Stall. Schliesslich konnten 52 der 53 aufgeführten Tiere und Rinder verkauft werden. Der Durchschnittspreis lag bei 3443 Franken. Die Sten-Tochter Charmeuse mit einer Tagesleistung von 35 Kilogramm Milch aus dem Stall von Simon Ruchti, Därstetten BE, konnte als Ersatztier von Aebi einem Käufer zum höchsten Tagespreis von 4500 Franken zugeschlagen werden. Während der höchste Tagespreis bei der Märzauktion ebenfalls bei 4500 Franken lag, war der Durchschnittspreis im März um 22 Franken höher und lag bei 3465 Franken.
Zurückhaltung bei den Käufern
Bereits bei der Besichtigung der Tiere unterhielten sich zwei Bauern über die momentane Situation mit der Blauzungenkrankheit. Ein Milchviehhalter erklärte dabei: «Ich sollte dringend drei bis vier Tiere kaufen, doch werde ich nicht kaufen und noch zuwarten und schauen, wie sich die Situation entwickelt.» Auf die Feststellung, dass die Blauzungenkrankheit auf den Menschen keine negativen Auswirkung habe, meinte der Milchviehhalter, dass sei gerade der Grund für seine Zurückhaltung. Er wolle zuerst wissen, wie die Konsumentinnen und Konsumenten mit der Blauzungenkrankheit umgehen. Ein weiterer Interessent sprach von einer guten Qualität der aufgeführten Tiere, doch sei diese auch schon besser gewesen. Leicht enttäuscht über den Verlauf der 21. Fleckviehauktion des VOFG zeigte sich OK-Präsident Herbert Hablützel. «Vor der Auktion habe ich schon mit höheren Preisen gerechnet, weil doch das Angebot an Rindern und Milchkühen sehr knapp ist.» Hablützel glaubt, dass die Blauzungenkrankheit bei den Bauern doch zu einer gewissen Zurückhaltung führte.
Vertrauen in Bauern und Behörden
Wiederum ein sehr grosser Erfolg war die Festwirtschaft, die bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Auktion um die Mittagszeit ist ideal, können sich doch die Besucher zu günstigen Preisen mit Produkten aus der Region verpflegen. Auch diese Auktion wurde wiederum von vielen Konsumentinnen und Konsumenten besucht. Eine Konsumentin, die auf die Blauzungenkrankheit angesprochen wurde, stellte fest: «Ich vertraue den Bauern und den zuständigen Behörden, denn diese haben die BSE-Krise und die Geflügelepidemie sehr gut gemeistert.
Mario Tosato

