Ausgabe Nummer 5 (2009)
4. Fachtagung Direktvermarkter in Gossau SG
Direktvermarktung will verstanden sein
Bei der Fachtagung Direktvermarkter wurde schnell ersichtlich, dass es neben hochwertigen Produkten und guten Verkaufsgesprächen auch einen professionellen Auftritt braucht.Bei der 4. Fachtagung der Direktvermarkter sei nicht nur der fachliche Teil «Noch besser verkaufen», und die Besichtung des Hofladens wichtig, sondern der Erfahrungsaustausch und die Inputs von Berufskollegen, erklären die Organisatoren Silvia Hohl, LZSG, und Matthias Roth, BBZ Arenenberg. Hanni Büchi, Frauenfeld, hat ihren Hofladen bei der letzten Erdbeerenernte eröffnet. Sie hat ihr Sortiment mit selbstgemachter Konfitüre, Essiggurken, Kartoffeln, frischen Äpfeln und Blumengestecken einer Mitarbeiterin und anderem mehr ergänzt. Die Fachtagung sei für sie sehr wertvoll gewesen. Bei der Besichtigung des Hofstadels habe sie die hohe Professionalität in Küche, Backstube, Gaststube und im Verkaufsladen beeindruckt. Beim Gedankenaustausch habe sie viele Ideen erhalten, die sie auf ihrem eigenen Hofladen umsetzen möchte, sagte Hanni Büchi.
Gezielte Massnahmen und geschicktes Verhalten
«Wer etwas produziert, will es auch verkaufen. Doch vielen widerstrebt, sich selber als Verkäufer oder Verkäuferin zu sehen. Schliesslich will man nicht mit gewissen aufdringlichen «Verkäufertypen» in einen Topf geworfen werden», so Monica Schori, Personal- und Organisationsentwicklung. Sie ist überzeugt, dass der aggressive Verkauf der Vergangenheit angehöre. Durch gezielte Massnahmen und geschicktes Verhalten soll der Umsatz optimiert werden. So sei es wichtig, dass der Hofladen und die Hinfahrt gut markiert seien. Von Bedeutung sei aber auch der erste Eindruck des Hofladens und der Verkaufsperson. Verkaufsfördernd sei eine gute Beschriftung und eine freundliche Beleuchtung. Um zu verhindern, dass die Kunden vor verschlossener Ladentüre stehen, sei es wichtig, dass die Ladenöffnungszeiten gut sichtbar präsentiert werden. Aus Erfahrung weiss Monica Schori, dass die Kunden gerne beim Namen begrüsst werden. Zum Verkaufserfolg führen auch Degustationen von hofeigenen Spezialitäten.
Grosser Ideenreichtum beim Direktverkauf
Bei der Gruppenarbeit wurde der grosse Ideenreichtum der Direktvermarkter sichtbar. So werden aus Wachteleiern Meringue und italienische Süssigkeiten hergestellt. Findige Bäuerinnen entwickelten für die Rosenwoche im thurgauischen Bischofszell eine Rosenkonfitüre, die sich einer stets steigenden Beliebtheit erfreut. Ein Direktvermarkter stellte mit Freude fest, dass sich sein selbstgebackenes Birnbrot zum eigentlichen Verkaufsschlager entwickelt. Um das eigene Sortiment zu erweitern, sei es vielfach ein Vorteil, Spezialitäten von benachbarten Betrieben zu verkaufen. Diskutiert wurde aber nicht nur über Sortiment, Verkauf und Professionalität sondern auch über Hofhunde vor dem Laden. Während die einen Direktvermarkter glauben, dass Hunde vor dem Laden abschrecken, glauben andere, dass viele Kunden den Hund auf dem Hof schätzen.
Mario Tosato

