Ausgabe Nummer 35 (2008)

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44. Generalversammlung der Thurgauischen Käse-Reifungs AG in Weinfelden

Leichter Rückgang bei der Einlieferungsmenge

Durch die freiwillige Mengensteuerung der Sortenorganisation Emmentaler wurde im Berichtsjahr 7,60 Prozent weniger Käse bei der Thurgauischen Käse-Reifungs AG eingelagert als im Vorjahr.

Vor einem Jahr habe er fast euphorisch über die Entwicklung im Milchmarkt berichten können. Doch die letzten Monate hätten gezeigt, dass auch auf diesem Gebiet die Bäume nicht in den Himmel wachsen, erklärte Verwaltungsratspräsident Alfred Ernst an der Generalversammlung der Thurgauischen Käse-Reifungs AG. Die 6 bis 7 Rappen pro Kilogramm Milch, die für Industriemilch mehr bezahlt werde, habe bei den Käsereimilchlieferanten für Unruhe gesorgt. Zwar hätten sich die spekulativen Milchpreise in den ersten Monaten im laufenden Jahr wieder etwas abgekühlt. Dies weil die Nachfrage nach Milchpulver nachliess. Trotzdem hätten sich die Perspektiven für die Milchproduzenten und Käsehersteller durch die umgesetzten Preiserhöhungen deutlich aufgehellt. «Die Erwartung für die nächsten Jahre seitens namhafter internationaler Experten lassen glauben, dass sich der Nahrungsmittelmarkt aufgrund der steigenden Nachfrage positiv entwickelt», stellt Ernst fest.

Gewinn dank erhöhten Behandlungsgebühren
Laut Ernst stieg der Lagerbestand beim Emmentaler-Käse per Frühjahr 2007 auf rund 7500 Tonnen. Dies habe die Sortenorganisation Emmentaler zu einer freiwilligen Mengensteuerung veranlasst. Durch diese Einschränkung sowie die Kündigung von zwei Lagerverträgen konnte die Käsemenge des vorangegangenen Jahres nicht erreicht werden. Angeliefert wurden 42"605 Laib Emmentaler mit einem Gewicht von total 4"569"489 Kilogramm, was einem Rückgang von 375"430 Kilo oder 7,6 Prozent entspreche. Seit 2000/01 sei dies das erste Mal, dass ein Rückgang der Einlieferungsmenge gegenüber dem Vorjahr festgestellt werden musste. Dank der angekündigten Erhöhung der Behandlungsgebühren um 1,50 Franken je 100 Kilogramm per 1. Mai 2007 konnte trotzdem ein Gewinn realisiert werden. Die Aktionäre folgten dem Antrag des Verwaltungsrates und stimmten der Auszahlung des Gewinnes von 59 600 Franken in Form einer Dividende zu.

Sehr gute Käsequalität
Betriebsleiter Ernst Lehmann sprach von einer sehr guten Käsequalität. So konnten die Käsehandelsfirmen über 95 Prozent 1A-Käse einwiegen. Die unterschiedlichen Einlieferungsmengen bereiten der Thurgauischen Käse-Reifungs AG vor allem in den Spitzenmonaten März, April und Mai Probleme. Mit den neuen Käseliefanten werden künftig Mindestmengen vertraglich fixiert. Die Änderungen an der Behandlungsanlage konnten nach Lehmanns Aussagen abgeschlossen werden. Nun werde die Arbeitssicherheit mittels Gefahrenanalyse überprüft. In nächster Zukunft soll auch der 20-jährige Fettabscheider saniert werden.

Mario Tosato


Vizepräsident Tony Müller,Verwaltungsratspräsident
Alfred Ernst und Betriebsleiter
Ernst Lehmann (von links nach rechts)
legen Rechenschaft über das vergangene
Berichtsjahr ab. (tos)
Vizepräsident Tony Müller,Verwaltungsratspräsident Alfred Ernst und Betriebsleiter Ernst Lehmann (von links nach rechts) legen Rechenschaft über das vergangene Berichtsjahr ab. (tos)