Ausgabe Nummer 49 (2007)

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5,15 Millionen Franken für nachhaltige Energienutzung

Kant. Förderprogramm für erneuerbare Energien und Steigerung der Energieeffizienz

Haben Sie sich auch schon überlegt, Ihr Haus besser zu isolieren, damit Sie Energie sparen können? Oder wollen Sie eine Biogasanlage bauen oder Ihre Holzheizung durch eine effizientere ersetzen? Mit 5,15 Millionen Franken unterstützt der Kanton Thurgau im Jahre 2008 erneuerbare Energien und Bauvorhaben, die die Energieeffizienz im Gebäudebereich steigern.

Regierungsrat Kaspar Schläpfer und Andrea Paoli, Leiter der Abteilung Energie des Kantons Thurgau, stellten am Donnerstag letzter Woche das Förderungsprogramm 2008 an einer Medienkonferenz in Frauenfeld vor. Das vom Regierungsrat verabschiedete Programm möchte die Nutzung erneuerbarer Energien fördern sowie die Energieeffizienz im Gebäudebereich steigern. Konkret unterstützt der Kanton Gebäudehüllensanierungen (Boden, Wand, Fenster, Dach), Holzfeuerungen mit Feinstaubfilter, Minergie und Minergie P-Bauten, Solaranlagen und effiziente Elektrizitätsnutzungen.
Bisher lagen die finanziellen Mittel bei 0,6 Millionen Franken, 2008 sollen sie auf 5,15 Millionen Franken aufgestockt werden.Zusätzlich werden 2,5 Millionen Franken Bundesmittel erwartet. Schläpfer erklärt, dass diese Mittel dazu genutzt werden sollen, möglichst viel importierte, fossile Energie durch inländisch erzeugte und wenn möglich erneuerbare Energie zu ersetzen. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern soll gemindert und die langfristige Versorgung gesichert werden.Paoli fügt an, dass so der Marktpreis etwas korrigiert werden soll. Denn die fossilen Energieträger decken die Kosten, die durch ihre Nutzung entstehen, beispielsweise die Folgeschäden des Klimawandels, nicht.

Minergie, Holzheizungen, Biogasanlagen
Förderbeiträge sollen Handlungsanreize schaffen, indem sie 10 bis 20 Prozent der Investitionskosten decken. Paoli verdeutlicht dies mit einem Beispiel: «Für die Sanierung nach Minergiestandard eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohnungen kann bis zu 60 000 Franken gerechnet werden. Wird das Gebäude sogar nach Minergie- P saniert, kommen nochmals 16 000 Franken dazu.» Bei vielen Altbauten geht infolge der schlechten Isolierung viel Energie verloren. Deshalb unterstützt der Kanton die wärmetechnische Sanierung eines Dachs mit 30 Franken pro Quadratmeter, bei der Erneuerung der Fenster sind es 75 Franken pro Quadratmeter.
Eine grosse Ressource des Kantons Thurgau ist das Holz. Deshalb wird neu auch die Sanierung bestehender Holzfeuerungen unterstützt. Ebenfalls neu ist, dass Holzfeuerungen ab einer Leistung von 250 Kilowatt nur noch unterstützt werden, wenn sie mit Feinstaubfilter ausgerüstet sind. Besonders interessant für die Landwirtschaft ist, dass Biogasanlagen für die Gaseinspeisung ins Erdgasnetz und für die Wärmenutzung bei der Elektrizitätserzeugung Beiträge erhalten. Eine besondere Regelung besteht für Solaranlagen. Rückwirkend ab dem 1. Oktober 2007 wird eine kostendeckende Einspeisevergütung ausbezahlt. Der unnötige Stromverbrauch von ineffizienten Wasserpumpen bei der Trinkwasserversorgung soll durch neuere Geräte gesenkt werden. Für den Ersatz von alten Beleuchtungen durch moderne, effiziente Systeme erhalten Eigentümer von bestehenden Gewerbe-, Industrie- oder Dienstleistungsgebäuden pro eingesparte Kilowattstunde Elektrizität 30 Rappen.

Grosse Erwartungen
Vielleicht etwas vom allgemeinen Fussballfieber angesteckt, sprach Schläpfer vom Anpfiff der energiepolitischen Champions League. Ein so breites Förderungsprogramm ist bis jetzt einmalig in der Schweiz. Der Start des Förderungsprogramms ist am 3. Januar 2008, dann wird eine Telefonhotline mit der Nummer 052 724 28 57 geöffnet, und die Formulare können auf der Website www.energie.tg.ch heruntergeladen werden.
Schläpfer hat hohe Erwartungen an das Förderprogramm: «Aufgrund der Erfahrungen und Berechungen des Bundesamtes für Energie erwarten wir, dass jährlich rund 50 Millionen Franken an Investitionen in der Bau-, Land- und Forstwirtschaft ausgelöst, 500 neue Arbeitsplätze geschafft und rund fünf Millionen Liter Erdöl substituiert oder eingespart werden können.» Für Paoli wird das Förderprogramm zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt: «Mit den wirkungsvollen Förderungsbeiträgen des Kantons und dem hohen Energiepreis geht jede Wirtschaftlichkeitsrechung auf. Ich hoffe, dass viele Bauherren diese Chance nutzen werden!»

Ursina Hulmann


Ostschweizer Sonnen- und Windenergietagung in Flawil

Mit der Einführung der kostendeckenden Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien wird die Stromproduktion aus Sonne und Wind wirtschaftlich. An der Sonnen- und Windenergietagung in Flawil werden unter anderem Fragen über Investitionskosten, Technik, Wirtschaftlichkeit und Planung geklärt. Die Tagung findet am Mittwoch, 30. Januar 2008, um 9.00 Uhr im Landwirtschaftlichen Zentrum in Flawil statt. Die Kosten sind 50 Franken plus Verpflegung. Bitte melden Sie sich unter folgender Adresse an: BBZ Arenenberg, Betriebsberatung und Landtechnik, Amriswilerstrasse 50, 8570 Weinfelden, Telefon 071 626 10 50, Fax 071 626 10 59, betriebsberatung@tg.ch.


Bei vielen Altbauten ist ein grosses Energiesparpotenzial
vorhanden. Deshalb
zahlt der Kanton 75 Fr. pro m2
an die wärmetechnische Sanierung
der Fenster und 30 Fr. pro m2 an das Dach. (uhu)
Bei vielen Altbauten ist ein grosses Energiesparpotenzial vorhanden. Deshalb zahlt der Kanton 75 Fr. pro m2 an die wärmetechnische Sanierung der Fenster und 30 Fr. pro m2 an das Dach. (uhu)