Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Absatz fördern mit Publikumsanlässen und Produktinnovationen

Ausgabe Nummer 8 (2017)

85. Jahresversammlung des Süssmosterverbandes

Die Fusion des Thurgauer Süss- und Kundenmosterverbandes rückt in greifbare Nähe und sollte bis Anfang 2018 definitiv erfolgt sein.

Im Rückblick auf das Berichtsjahr 2016 zog Peter Widmer, Co-Präsident des Thurgauer Süssmosterverbandes, Mitte Februar an der Jahresversammlung im Stelzenhof in Weinfelden eine positive Bilanz zu den erfolgten Verbandsaktivitäten. Es nahmen sechs Süssmoster beim Absenden, und damit am Schweizerischen Qualitätswettbewerb, teil. Daniel Vogel aus Hefenhofen wurde Jahressieger beim Schweizerischen Süssmosterwettbewerb 2016. Das Vorstandsmitglied Elisabeth Stäheli und ihre Familie führten ein Blütenfest und damit einen attraktiven Publikumsanlass auf dem Hof in Frasnacht durch. Peter Widmer wies auf die Bedeutung von Publikumsanlässen und innovativen neuen Produkten hin, um die Mengen beim Saftkonsum zu halten. Urs Müller von der Fachstelle Obstbau TG/SH am BBZ Arenenberg erwähnte in diesem Zusammenhang in seinem schriftlichen Tätigkeitsbericht 2016 zur bäuerlichen Obstverarbeitung, dass die Obstfachstelle mit Interesse das Projekt «Bschorle» der Brauerei Locher in Appenzell verfolgt. Die Fachstelle konnte bei den Sortenbeschreibungen einen Beitrag leisten. Das beispielhafte Projekt wurde gestartet, weil in der Region Appenzell die Früchte unter den Hochstammbäumen liegen bleiben. Produzenten, Kellermeister und ein Moster setzten sich zusammen, und es entstand ein neues Produkt, die «Bschorle», ein alkoholfreies Biermischgetränk aus Apfel, Birne und Malz, mit einem spritzig-süssen Eindruck. Jedes Bschorle vereint den Saft von 28 gepressten Apfel- und Birnensorten aus Hochstamm-Obstgärten der Region Oberegg in sich.

Weiterbildung und Kurse
An der Versammlung informierte der Vorstand, dass Ernst Peter aus Gerlikon als neues Mitglied im Süssmosterverband aufgenommen wurde. Der Süssmosterkurs konnte 2016 mit einer kleinen Gruppe von sechs Personen durchgeführt werden. Nebst Neueinsteigern gab es auch Kurs-Teilnehmer, welche eine Mosterei übernehmen. Dies, so schreibt Urs Müller im Tätigkeitsbericht, sei erfreulich, da vielerorts nicht mehr selbstverständlich eine Nachfolge gefunden wird und Betriebe eingestellt werden.
Peter Widmer empfahl den Mitgliedern den Besuch der 2. Ostschweizer Most-Fachtagung in Gossau (SG) am 22. Februar. Unter anderem könnten auch vom österreichischen Referenten aus dem Mostviertel interessante Impulse für die eigene Produktvermarktung aufgegriffen werden. Das BBZ Arenenberg wies darauf hin, dass die diesjährige Weiterbildungsveranstaltung (Most-Fachtagung) die finanziellen Möglichkeiten der Mosterverbände übersteige und nur durch Beiträge Dritter, namentlich dem Thurgauer und St. Galler Obstverband sowie Mitteln aus dem Alkoholzehntel, durchgeführt werden könne. Es sei erklärtes Ziel, dass diese Veranstaltung künftig kostendeckend ist. Dazu brauche es noch eine bessere Verankerung in der Branche und eine deutlich höhere Teilnahme der Moster.
Peter Widmer informierte über die bevorstehende Fusion zwischen dem Süss- und dem Kundenmosterverband. Unter aktiver Mitwirkung des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft wurden die beiden Vereinsstatuten so bereinigt, dass eine Fusion möglich ist. Gleichzeitig wurden neue Statuten für einen neuen gemeinsamen Verband erarbeitet. Geplant ist, dass bis zum Zeitpunkt der ordentlichen GV des Süssmosterverbands Anfang 2018 die beiden Verbände fusioniert sind. Dann werden auch Erneuerungswahlen durchgeführt.


Isabelle Schwander







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