Ausgabe Nummer 24 (2009)
Acht bäuerliche Organisationen unter einem
Verband Thurgauer Landwirtschaft: Ohne Gegenstimme und Enthaltungen stimmten 113 Bäuerinnen und Bauern den Fusionsverträgen zum neuen Verband zu.
Dank der geographischen Lage, dem guten Klima, der grossen Fachkompetenz und den hohen Leistungen hätten die Bauernfamilien den Thurgau zu einem der stärksten Landwirtschaftskantone der Schweiz gemacht. Bei den sich ständig verändernden Herausforderungen sei es wichtig, für gute politische Rahmenbedingungen zu sorgen. Dafür sei der neue Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL) notwendig. «Wir wollen in Zukunft mit einer Stimme sprechen», so Andreas Binswanger, Präsident des alten und neuen Verbands. Der neue VTL werde die Interessen der Thurgauer Bauernfamilien noch besser vertreten und Doppelspurigkeiten vermeiden können, erklärte Binswanger. Der Präsident betonte, dass die Branchenverbände ihre fachliche und fi nanzielle Unabhängigkeit weiterhin behalten.
Vier neue Ehrenmitglieder gewählt
Regierungsrat Kaspar Schläpfer sprach in seinem Grusswort von einer Versammlung mit historischem Wert. Der Landwirtschaftsdirektor lobte die Thurgauer Bauern als Pioniere. Mit der Umwandlung des Thurgauer Bauernverband in den Verband Thurgauer Landwirtschaft werde einmal mehr Stärke bewiesen. Der bisherige und der neugegründete Verband zählen laut Schläpfer zu den wichtigsten Wirtschaftsverbänden des Kantons. An der Delegiertenversammlung wurden Berichte und Jahresrechnung des Thurgauer Bauernverbandes (TBV) genehmigt. Martin Huber und Martin Salvisberg (beide Mitglieder des leitenden Ausschusses), Fritz Waldspurger und Walter Schmid wurden zu neuen Ehrenmitgliedern des TBV gewählt.
Alle Fusionsverträge einstimmig verabschiedet
Binswanger erinnerte daran, dass die Gründung des neuen Verbandes Thurgauer Landwirtschaft bereits am 30. Juni 2008 erfolgt war. Dabei wurde auch der neue Vorstand gewählt. Zur rechtsgültigen Umwandlung wurden am Donnerstag vor einer Woche drei Versammlungen in Folge notwendig. Damit die Fusionsverträge rechtsgültig wurden, brauchte es von den 113 anwesenden Stimmberechtigten jeweils eine Dreiviertelmehrheit. Die Fusionsverträge mit dem Thurgauer Obstverband, der Thuro – Arbeitsgemeinschaft für den Niederstammobstbau im Kanton Thurgau, der Gemüseproduzentenvereinigung der Kantone Thurgau und Schaffhausen, dem Branchenverband Thurgau Wein, der Interessengemeinschaft Thurgauer Direktvermarkter, und der Agro Beratung Thurgau wurden einstimmig, ohne Gegenstimmen und Enthaltungen, genehmigt. Nach der Verabschiedung der Fusionsverträge wurde das neue Verbandslogo, das Dynamik, Geschlossenheit und Modernität darstellt, vorgestellt. Auch die Website wird in einem neuen Design erscheinen.
Drei bäuerliche Organisationen nicht im Boot
Der Vorstand des Verbands Thurgauer Landtechnik (TVLT) genehmigte und verabschiedete zwar den Fusionsvertrag am 12. März. Die Statuten des TVLT verlangen bei der Aufl ösung des Vereins die Anwesenheit von zwei Drittel der Mitglieder. Bei einem Bestand von 1500 Mitgliedern sei es fast unmöglich, das nötige Quorum zu erreichen, stellt Hansjörg Uhlmann, Präsident TVLT, auf Anfrage fest. Nach seinen Aussagen sind bei der zweiten Vereinsversammlung vom 16. Juni eine Dreiviertelmehrheit der anwesenden Mitglieder notwendig. Diese Stimmenzahl sollte problemlos erreicht werden. Ihre Eigenständigkeit bewahren wollen die Thurgauer Milchproduzenten und die Thurgauer Landfrauen. Die beiden Verbände sind aber im Vorstand des VTL vertreten. Auch die Vereinigung Thurgauer Beerenpfl anzer will die Eigenständigkeit bewahren. Sie sind im VTL-Vorstand nicht vertreten.
Sorgfältige Evaluation des Beitrags- und Einzugssystems
VTL-Geschäftsführerin Hermine Hascher stellte das VTL-Fusionsbudget 2009 mit einem Ertrag von rund 2,2 Millionen Franken und einem Verlust von rund 14 700 Franken vor. Die Grundbeiträge VTL 2009 und 2010 erfolgen nach den bisherigen Regelungen. Die Fachgruppen entscheiden über ihre bisherigen Beiträge selber. Wie Andreas Binswanger feststellte, soll mit dieser Übergangsregelung eine sorgfältige Evaluation des Beitrags- und Einzugs-systems erfolgen. Alle Mitglieder könnten an der Generalversammlung 2010 über die Mitgliederbeiträge mitentscheiden, versprach der Präsident.
Mario Tosato
Martin Huber, Martin Salvisberg, Fritz Waldspurger und Walter Schmid (von links nach rechts) nehmen als neu gewählte Ehrenmitglieder des TBV die Gratulationen von Andreas Binswanger entgegen. (tos)
Allen Fusionsverträgen wurden einstimmig zugestimmt. (tos)
Präsident Andreas Binswanger und der Vorstand präsentieren das neue Verbandslogo. (tos)
