Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Achtung - Einbrecher!

Ausgabe Nummer 47 (2018)

Im Herbst und Winter sind Einbrecher oft besonders aktiv. Sie nutzen die Dämmerung, den Schutz der Dunkelheit für ihre Einbrüche. Doch auch am Tag lohnt es sich, Augen und Ohren offenzuhalten.

Einbruch – nicht bei mir!
So dachte ich jedenfalls – bis zu jenem Abend, als ich in der Dämmerung nach einem kurzen Einkauf nach Hause kam und es eben doch passiert war.
Der Schaden – eine zerschlagene Fensterscheibe, Schlüssel und Schlösser zum Ersetzen, wenig gestohlener Schmuck. Lästig und ärgerlich der Zeitaufwand, bis alles wieder in Ordnung gebracht ist und ungut das Gefühl, dass ein Fremder meine Sachen durchsucht hat. Schlimm, der Stress und die verlorene Geborgenheit in den eigenen vier Wänden. Darum lohnt es sich, die Sicherheit auf dem eigenen Bauernhof zu überprüfen und allenfalls Massnahmen zu ergreifen.

Einbrecher unterwegs
Die gute Nachricht, laut Statistik haben Einbrüche abgenommen. Die schlechte Nachricht, Einbrecher sind sehr mobil. Sie verhalten sich so unauffällig wie möglich, wollen unbemerkt bleiben und möglichst niemandem begegnen, sie scheuen das Licht.
In der Regel wählen sie den Weg des geringsten Widerstandes. Offene und schräggestellte Fenster, offene und unverschlossene Türen laden förmlich zum Einschleichdiebstahl ein. Die Einbrecher sind nicht erkennbar an grossen sperrigen Werkzeugen, nein, in den meisten Fällen genügt ein grosser Schraubenzieher, der problemlos in jede Jacken- oder Handtasche passt oder sie bedienen sich gar vor Ort an herumliegenden Werkzeugen oder Gartengeräten.

Besonderheiten auf dem Bauernhof
Viele Bauernhäuser verfügen nicht nur über den Haupteingang, sondern sind auch von verschiedenen Seiteneingängen zugänglich, seis von der Garage, dem Keller, der Remise oder über die Schmutzschleuse und Sitzplatztüre. Und viele dieser Nebeneingänge sind nicht konsequent verschlossen, während die Familie im Garten, auf dem Feld oder im Stall arbeitet. Zudem stehen Bauernhöfe oft am Dorfrand oder alleine, haben keine direkten Nachbarn, welche das Geschehen wahrnehmen könnten.

Schutz vor Einbrechern
– Schliessen und verriegeln Sie die Türen, auch bei kurzen
   Abwesenheiten.
– Schliessen Sie Fenster und Sitzplatztüren. Gekippte Fenster sind
   offene Fenster und lassen sich mit Fingerfertigkeit und ohne
   Gewaltanwendung öffnen.
– Schliessen Sie bei Nacht Fensterläden und ziehen Sie Vorhänge, so
   wird der direkte Einblick in die Wohnung verwehrt.
– Deponieren Sie keine Schlüssel unter der Türvorlage, im Blumentopf
   oder Briefkasten.
– Täuschen Sie Ihre Anwesenheit vor, indem Sie Ihr Haus beleuchten,
   Licht brennen lassen und Zeitschaltuhren so programmieren, dass
   sie automatisch und unregelmässig mehrere Zimmer im Haus
   beleuchten. Schalten Sie Radio und Fernseher ein.
– Eine gute Hofbeleuchtung trägt zudem viel zur Abschreckung bei.
– Versorgen Sie Ihre Werkzeuge, Gartengeräte und Leitern.
– Lassen Sie Ihr Portmonee, Bargeld und Wertsachen nicht offen
   liegen, sondern versorgen sie diese.
– Falls Sie umbauen, achten Sie bei Türen auf
   Mehrpunktverriegelungen und bei Fenstern auf umlaufende
   Sicherheitsbeschläge. Lassen Sie sich bezüglich Sicherheit beraten.
– Achten Sie auf verdächtige Fahrzeuge und Personen und melden
   Sie Ihre Beobachtungen immer sofort der Kantonspolizei Thurgau
   über die Nummer 117.

Trotzdem ein Einbruch - und jetzt?
– Falls Sie den Einbrecher auf frischer Tat ertappen, spielen Sie
   nicht den Helden und versuchen den Einbrecher zurückzuhalten
   oder zu überwältigen. Rufen Sie sofort die Polizei. Merken Sie sich
   das Aussehen der Person, welches Fahrzeug sie benutzt hat und die
   Fluchtrichtung.
– Räumen Sie nach dem Einbruch nichts weg, sonst könnten wichtige
   Hinweise verloren gehen.
– Beschreiben Sie das Diebesgut möglichst präzise. Fotos, Kaufbelege,
   Garantiescheine der gestohlenen Gegenstände können zusätzlich
   wichtige Informationen enthalten.
– Lassen Sie gestohlene Bankkarten und Mobiltelefone sofort sperren.
– Nehmen Sie mit Ihrer Versicherung Kontakt auf.
– Ein Einbruch ist ein Eindringen in Ihre Privatsphäre, nimmt einen
   Teil der Sicherheit, kann Stressreaktionen, Ängste und
   Schlafstörungen auslösen. Sprechen Sie mit Freunden und
   Vertrauten über das Erlebte. Beschäftigt Sie der Einbruch sehr
   stark und über längere Zeit, suchen Sie Hilfe beim Hausarzt oder
   Psychologen.


BBZ Arenenberg
Vreni Peter







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