Ausgabe Nummer 23 (2012)
Änderungen bei Richtpreissystem
Änderung Preissystem Kirschen
Neu werden auf dem Preisbulletin für Kirschen nur noch die Abgangsrichtpreise publiziert.
Dieser Tage werden in den frühesten Gebieten in der West- und Nordwestschweiz die ersten Kirschen in noch kleinen Mengen gepflückt. Die Branche erwartet über die ganze Saison mit rund 2200 Tonnen Tafelkirschen eine gute Ernte. Die Branche ändert auf dieses Jahr das Richtpreissystem, um für die verschiedenen Vermarktungsstrukturen und für alle Chargen marktgerechte Preise angeben zu können. Der Richtpreis für die Klasse Extra wurde gegenüber dem Vorjahr um 10 Rp./kg erhöht.
Gute Ernteaussichten
Nach dem aussergewöhnlich guten Kirschenjahr 2011 waren dieses Jahr die Bedingungen für die Kirschen weniger ideal. Der Winterfrost schädigte da und dort die Knospen. Vor allem führten die ungünstigen Blühbedingungen mit wenig Bienenflug zu einer mittelmässigen Befruchtung, was bei den wichtigen mittleren und späten Sorten auf den Behang drückte. Auch der Pflanzenschutz war in der kühlen und feuchten Witterung unabdingbar, um die Kulturen gesund zu erhalten. Dank der Anstrengungen der Produzenten kann man aber auch dieses Jahr wieder auf die Schweizer Kirschen zählen: die Ernte wird normal ausfallen. Die meisten Tafelkirschen werden ab dem 25. Juni und bis Mitte Juli geerntet.
Nur noch Abgangsrichtpreise werden publiziert
Wie bisher werden die Produzenten und Händler wöchentlich über die Richtpreise diskutieren und ein entsprechendes Preisbulletin herausgeben. Bisher setzte sich dieses für jede Klasse und Verpackungsart aus dem Produzentenrichtpreis und dem Abgangsrichtpreis zusammen, womit die Marge des Zwischenhandels fix definiert war. Nun schien diese Regelung für die sich vergrössernden betrieblichen Strukturen nicht mehr angepasst und zu starr. Eine Mehrheit der Vertreter im Produktzentrum Kirschen/Zwetschgen Swisscofel/ SOV setzte sich deshalb dafür ein, nur noch die zweite Stufe, also Abgangsrichtpreise, zu veröffentlichen. Damit können die Handelsmargen je nach Chargengrösse, Sorte und weiteren Kriterien einzelbetrieblich angepasst werden. Wichtig ist der Branche jedoch, dass kein Wildwuchs entsteht und die Transparenz gewahrt bleibt. So wird erwartet, dass die Marktpartner jeweils vorgängig zur Ablieferung den definitiven Preis aushandeln. Der Gross- und Zwischenhandel sollte seine Produzenten vor Erntestart mit den von ihm offerierten Preisen bedienen, und der Produzent sollte nötigenfalls nachfragen. Als Anhaltspunkt werden auf dem ersten Preisbulletin der Saison die bisher angewendeten Handelsmargen aufgeführt, so dass jedermann eigene Berechnungen durchführen kann. Rückwirkende Preiskorrekturen sind auszuschliessen.
Das verantwortliche Produktzentrum erhofft sich mit dieser Neuerung schlussendlich eine verstärkte Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette. Ziel ist, dass die Marktpartner näher zusammenrücken und gegenseitig im Gespräch bleiben.
Leicht höherer Richtpreis für Extra
Erfreulich ist der gegenüber dem Vorjahr um 10 Rp./kg erhöhte Richtpreis für die Klasse Extra, die mengenmässig am meisten ins Gewicht fällt. Zu erwarten ist, dass diese Startpreise auf die Haupternte hin wie üblich etwas zurückgenommen werden. Trotz schwieriger Lage im Detailhandel beweist die Branche mit dieser Anpassung, dass sie zur Schweizer Produktion steht und die vielfältigen Investitionen und Anstrengungen der letzten Jahre honoriert.
Schweizer Obstverband, Zug
