Ausgabe Nummer 48 (2006)

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AgriTOP: Voraussetzung für Betriebe mit Personal

Unfälle verursachen Schmerz, Leid und Kosten - verhüten ist besser


Es wird zunehmend wichtiger, sich betreffend Sicherheit und Gesundheitsschutz auf dem eigenen Betrieb Gedanken zu machen, denn wer an einem Unfall mitschuldig wird, etwa wegen vernachlässigter Sicherheitsmassnahmen, kann zur Rechenschaft gezogen werden. Es nützt nichts, auf eine Tafel zu schreiben: ?Jede Haftung wird abgelehnt?, wenn eine Gefahr offensichtlich ist. Arbeitnehmende, Drittpersonen und auch die eigene Familie haben ein Anrecht auf ein hohes Sicherheitsniveau.

Wer heute Arbeitnehmende beschäftigt, braucht ein Sicherheitskonzept. Dies wird gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG) durch die Richtlinie Nr. 6508 der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS) klar gefordert. Die Richtlinie regelt den Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA). Die Beizugspflicht besteht für alle Betriebe, welche eine Unfallversicherungsprämie von über 0,5 % haben. Diese gilt daher auch für die Arbeitgeber in der Landwirtschaft (UVG-Prämie von über 3%), selbst wenn Personal nur kurzfristig beschäftigt wird. Als EKAS-anerkannte Alternative zum teuren und aufwändigen Beizug von Spezialisten auf jedem Betrieb hat die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) im Auftrag des schweizerischen Bauernverbandes (SBV) das Sicherheitskonzept agriTOP erarbeitet.

Der Grundkurs ist als Einstieg
Mit agriTOP kann jeder Betrieb seine Arbeitgeberpflichten selber und ohne Beizug von Spezialisten erfüllen. Je Betrieb wird eine Person am zweitägigen Ausbildungskurs zu den Themen Risikobeurteilung, Massnahmenplanung, persönliche Schutzausrüstung, Notfallkonzept, Motivation der Mitarbeitenden geschult. Der regelmässige Besuch von agriTOP-Weiterbildungsanlässen bietet allen teilnehmenden Unterstützung für eine wirksame Prävention.

Voraussetzung für SwissGAP
Jeder Betrieb erhält zudem die für ihn nötigen Unterlagen. Die Dokumentation ist wichtig, weil man damit belegen kann, dass in Sachen Unfallverhütung die notwendigen Massnahmen getroffen wurden. Betriebe, die den Qualitätsstandard ?SwissGAP? anwenden, erfüllen mit agriTOP die Kontrollpunkte bezüglich Sicherheit und Gesundheitsschutz.

Unfälle werden verursacht
In der Landwirtschaft ereignen sich jährlich rund 80 tödliche Unfälle. Schwerpunkt bei den tödlichen Unfällen ist der Umgang mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Maschinen, gefolgt von der Waldarbeit, Sturz und Fall sowie Gasunfällen. Besonders tragisch sind tödliche Kinderunfälle. In der Unfallstatistik steht die Landwirtschaft mit 250 Unfällen auf 1000 Vollzeitbeschäftigte an dritter Stelle aller Branchen. Über 80 Prozent der Unfälle sind auf Fehlverhalten und nicht auf technische Mängel zurückzuführen. Jeder Unfall der verhindert werden kann erspart viel Leid und Kosten.

Kurs am Arenenberg
Die BUL führt im kommenden Winter mit Unterstützung der Fachstelle Betriebsberatung und Landtechnik des LBBZ Arenenberg, zwei Einführungskurse an den folgenden Daten am Arenenberg durch: 1. Kurs: 5. und 24.1.2007 2. Kurs: 21.2. und 13.3.2007 An beiden Kursen sind noch Plätze frei. Die Anmeldung erfolgt direkt via der BUL unter 062 739 50 40, bul@bul.ch oder www.bul.ch. Für Auskünfte betreffend agriTOP können Sie sich auch an die Fachstelle Betriebsberatung und Landtechnik, Christof Baumgartner 071 663 33 06 wenden.

Christof Baumgartner, Fachstelle Betriebsberatung, LBBZ Arenenberg

Rabatt für Kunden der Agrisano

Mitglieder der Krankenkasse Agrisano erhalten beim Besuch des agriTOP Kurses einen Gutschein von 100 Franken. Bei der Anmeldung ist die Mitgliedernummer der Agrisano anzugeben. Die Agrisano unterstützt die Angebote der BUL und empfiehlt auch Betrieben ohne Angestellte diesen Kurs zu Besuchen. Sichere Arbeitplätze sind auch für alle mitarbeitenden Familienangehörigen und die auf dem Hof lebenden Kinder kein Luxus, sonder bedeutet mehr Lebensqualität.

Adrian von Grünigen, Krankenkasse Agrisano





Unfälle kommen nie geplant. Traktorenunfall im Sommer 2005 in der nähe von Weinfelden (Bild: kapo Thurgau).
Unfälle kommen nie geplant. Traktorenunfall im Sommer 2005 in der nähe von Weinfelden (Bild: kapo Thurgau).