Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


"Agro Food Innovation Park Thurgau, Frauenfeld" geht auf Kurs

Ausgabe Nummer 44 (2014)

Der Kanton Thurgau und die Stadt Frauenfeld haben am Freitag vergangener Woche Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um vor Ort über den aktuellen Stand des Projektes «Agro Food Innovation Park Thurgau, Frauenfeld» zu informieren.

Regierungsrat Kaspar Schläpfer, Chef Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau, begrüsste in der ehemaligen Lokremise auf dem Areal des Bahnhofs Frauenfeld rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik. Er unterstrich in seinen einleitenden Ausführungen, dass der Kanton Thurgau und die Stadt Frauenfeld das Projekt «Agro Food Innovation Park» in jedem Fall weiterverfolgen wollen, sei es als Teil des geplanten schweizerischen Innovationsparks oder als eigenständiger, themenzentrierter Technologie- und Innovationspark. Die Voraussetzungen dafür seien hier besonders günstig, weil die gesamte Region Nordostschweiz in der Landund Ernährungswirtschaft traditionell herausragende Stärken hat und dafür bestens geeignet ist, bisher militärisch genutzte Areale im Zentrum von Frauenfeld schrittweise einer neuen Nutzung zuzuführen. Der Frauenfelder Stadtammann Carlo Parolari zeigte anhand skizzenhafter Visualisierungen auf, wie sich der Innovationspark entwickeln und erschlossen werden könnte.

Auf Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft aufbauen
Den Ausgangspunkt für den Aufbau des Agro Food Innovation Park bildet das bereits bestehende Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft, das von den drei Thurgauer Wirtschaftsverbänden getragen und aktuell auf die gesamte Nordostschweiz ausgeweitet wird. Es hat zum Ziel, die gesamte Wertschöpfungskette von der Urproduktion über die Verarbeitung und Vermarktung bis zur Wiederverwertung zu verknüpfen, die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern, den Wissens- und Technologietransfer zu intensivieren und damit Innovationen zu initiieren und zu unterstützen. Dies sind auch die Zielsetzungen, die mit dem Projekt des Innovationsparks verfolgt werden.

Von anderen lernen, aber ein eigenes Konzept entwickeln
Frank Burose, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerkes Ernährungswirtschaft, er betreut auch die Geschäftsstelle des Projektes, zeigte auf, wie die verschieden Einrichtungen im Ausland aufgestellt sind, beispielsweise der Agro Food Park in Aarhus (Dänemark), das Food Valley in Wageningen (Niederlande) oder die Agropolis International in Montpellier (Frankreich). Er machte aber auch deutlich, dass es nicht darum gehe, das Konzept eines anderen Innovationsparks zu kopieren, sondern zusammen mit den Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ein Modell zu entwickeln, das exakt zum Standort Thurgau/ Frauenfeld passe.

Verschiedene Bedürfnisse und Interessen einbeziehen
In weiteren Statements äusserten sich Nationalrat Markus Hausammann, Präsident des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft, Professor Michael Kleinert, Leiter des Institutes für Lebensmittel- und Getränkeinnovation der ZHAW Wädenswil und Präsident von Swiss Food Research sowie Clemens Rüttimann, CEO der Biotta AG, Tägerwilen, zu den Plänen eines Innovationsparkes im Bereich der Land- und Ernährungswirtschaft.

Nationalrat Markus Hausammann spricht sich für den Standort Frauenfeld aus
Nationalrat Markus Hausammann betonte, dass es legitim sei, den Standort Frauenfeld für den Innovationspark ernsthaft in Betracht zu ziehen. Nach seiner Meinung werden vom Gesetzgeber mehrere dezentralisierte Standorte ausdrücklich gefordert. Die internationale Vernetzung könne auf den bestehenden Kontakten im Bodenseeraum aufbauen. Wichtig ist für Nationalrat Hausammann, dass die Steigerung der Wertschöpfung für die bereits ansässige Wirtschaft erfolgt. Die Thurgauer Bauern weisen in der Schweiz hinter dem Stadtkanton Genf die zweithöchste Produktivität je Hektare landwirtschaftlicher Nutzfläche aus. Die Thurgauer Landwirtschaft habe die Produktion in den letzten 20 Jahren trotz ständig wachsender Vorschriften und Auflagen insbesondere im Ökologiebereich ausbauen können. Es gehe nicht in erster Linie darum, mehr zu produzieren, sondern eine höhere Wertschöpfung über die ganze Verarbeitungskette, insbesondere auch in der Urproduktion, zu erzielen.

Umsetzungskonzept gemeinsam erarbeiten
Zum Abschluss der Informationsveranstaltung wurde betont, dass es beim Projekt letztlich darum gehe, die Leistungsfähigkeit der Land- und Ernährungswirtschaft zu steigern. Gleichzeitig beinhaltet das Projekt aber auch den Aufbau eines wirtschaftlichen Leuchtturms, welcher der gesamten Thurgauer Wirtschaft Rückenwind verleihen und Arbeitsplätze schaffen kann.
In der nächsten Phase des Projektes wird nun ein Umsetzungskonzept erarbeitet. Um sicherzustellen, dass es den Bedürfnissen und Interessen der beteiligten Partner entspricht, werden Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Form von Workshops einbezogen.


Mario Tosato







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