Ausgabe Nummer 14 (2010)

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Agrotourismus kämpft um die Anerkennung

Der Verein Ferien auf dem Bauernhof generierte im vergangenen Jahr mehr als 100 000 Logiernächte oder 2,3 Prozent mehr als im Jahr 2008, war an der Generalversammlung des Vereins Ferien auf dem Bauernhof in Altstätten zu erfahren.

 

«Ferien auf dem Bauernhof (FeBa) ist ein echter Kristall, der erstahlt, aber auch immer wieder geschliffen werden muss», stellte Präsidentin Rita Barth, Altnau, in ihrem Grusswort fest. Sie bedauert, dass der Agrotourismus immer noch nicht ein anerkannter Betriebszweig der Schweizer Landwirtschaft sei. Immer wieder werde der Schweizer Agrotourismus mit den Nachbarländern verglichen, wo der Agrotourismus als Betriebszweig bereits anerkannt werde. Barth schlägt vor, dass 2000 Logiernächte als eine SAK (Standart Arbeitskraft) anerkannt werden sollte. Die Präsidentin ermunterte die Gastgeberfamilien, auf Freundlichkeit, Sauberkeit und Dienstleistung zu achten. «Wer seine Gäste liebt, hat Erfolg», sagt Barth. Sie lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Schweizer Reisekasse (Reka), die für die Buchungen und die Vermarktung zuständig ist.

 

Dachverband für Agrotoursimus in Vorbereitung

Thomas Maier vom Bundesamt für Landwirtschaft begrüsste, dass der Verein «Ferien auf dem Bauernhof» sich zusammen mit den Partnerorganisationen «Schlafen im Stroh» und «Tourisme Rural» sowie dem Schweizerischen Bauernverband, das Ziel gesetzt habe, eine Dachorganisation für den Schweizer Agrotourismus zu schaffen. Dabei sollen die Vereine selbstständig bleiben, aber die Synergien nutzen. Wie André Dubois, Vizedirektor Reka, erklärte, wurde mit FeBa im Jahr 2009 ein Umsatz von über 2 Millionen Franken generiert. Mit 102 229 Logiernächten sei das sehr gute Ergebnis vom vorangegangenen Jahr um 2,3 Prozent übertroffen worden. Das liege unter anderem daran, dass preisgünstige Ferienangebote sehr gefragt seien. Von den Gästen stammen rund 80 Prozent aus der Schweiz. Bei den Gästen aus dem Ausland sei das Angebot der FeBa speziell bei den Deutschen sehr beliebt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in einer der 220 Wohnungen betrug knapp sieben Tage.

 

Gütesiegel garantiert echte Bauernhofferien

Der Qualitätsfaktor geniesse beim Verein FeBa einen hohen Stellenwert, entsprechende Weiterbildungen zum Thema Qualität und Sicherheit werden für die Mitglieder regelmässig angeboten, bekräftigte Barth. Zudem seien alle Wohnungen in die Klassifi zierung vom Schweizer Tourismusverband einbezogen, was die Transparenz für den Gast noch erhöhe. Das Gütesiegel biete den Gästen auch Gewähr, dass sie nebst der obligaten Qualität, die jede Wohnung bieten müsse, echte Bauernhofferien geniessen können. Das Gütesiegel wurde erstmals an die Familien Giger aus Teufen AI, Kreis aus Ermatingen, und Stutz, Ufhausen SG, verliehen.

 

St. Galler Bauernpräsident lobt Agrotourismus

Seinen Rücktritt aus dem Vorstand erklärte Bruno Kuratli aus Oberriet SG. Neu wurde Ana Cristina Feitknecht, Ingenieurin Agronom, Vogorno TI, in den Vorstand gewählt. In seinem Referat sieht Markus Ritter, Präsident des St. Galler Bauernverbandes, viele Chancen für den Agrotourismus. Als Trumpf bezeichnete er die 20-jährige Erfahrung. Agrotourismus sei in der Schweiz ein «Brand» der ein hohes Interesse wecke. Zudem geniesse die Landwirtschaft viel Sympathien. Ein abgerundetes Angebot helfe bei der Vermarktung, dabei seien eine starke Vernetzung in der Region, aber auch eigene Ideen für den Erfolg wichtig.

 

Mario Tosato