Ausgabe Nummer 6 (2006)
Aktuelle Fragen beschäftigten die Rinderhalter
Swiss Beef Region Ost tagte auf dem Säntis
Aktuelle Fragen beschäftigten die Rinderhalter
Das Verbandsgeschehen und die Rinderseuche BVD Bovine Virus Diarrhoe standen im Zentrum der diesjährigen Generalversammlung von Swiss Beef Region Ost.
Über hundert Mitglieder, zum Teil mit ihren Frauen oder Partnerinnen, nahmen auf dem höchsten Hausberg der Ostschweiz, dem Säntis, an der Generalversammlung von Swiss Beef Region Ost teil. Während sich die Männer mit den Traktanden befassten, trafen sich die Frauen mit Miriam Knöpfel, welche den Anlass mit ihrem Ehemann Bruno organisierte, zu einer Gesprächsrunde. Nach dem Mittagessen nutzen viele Teilnehmer die Gelegenheit, die Sendeanlage der Swisscom auf dem Säntis zu besichtigen.Kostentreibende Massnahmen verhindern
In seinem Bericht konnte Präsident Kurt R. Herzog von einem spannenden und arbeitsreichen Verbandsjahr berichten. Mit dem BEVET wurde über das Platzangebot für Munis verhandelt und die Mehrkosten in der Produktion bei höheren Flächenvorschriften, die vom Tierschutz verlangt werden, diskutiert. Zu den Mehrkosten gab Swiss Beef eine Studie in Auftrag, welche beim BEVET eingereicht wurde. Im Herbst fand nach den Ausführungen von Herzog mit dem BEVET, dem Tierschutz und dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eine Sitzung statt. Dabei begrüssten BEVET und der Tierschutz eine Anpassung des Tierschutzgesetzes. Das BLW signalisierte klar, dass für Bundesrat Joseph Deiss keine kostentreibendenen Massnahmen in Frage kämen. Herzog zeigte sich enttäuscht über das Verhalten eines Vertreters des Veterinäramtes des Kantons Thurgau, welcher von der Landwirtschaft endlich einen grossen Schritt in Richtung Tierschutz verlangte.
Gute Aussichten für Rindfleischproduktion
Swiss Beef beschäftigte sich auch mit der AP 2011. Herzog ist überzeugt, dass eine tragbare Ausgestaltung für die Rindfleischproduktion möglich sei. Auch der Direktzahlungsrahmen soll einigermassen erträglich sein. Zudem habe ein ausländischer Wissenschafter einen globalen Mehrkonsum an Fleisch von 75 Prozent in den kommenden zwanzig Jahren errechnet. Die Tierarzneimittelverordnung, welche am 1. September 2004 in Kraft gesetzt wurde, konnte vernünftig umgesetzt werden. Sorgen bereitet Herzog die Verfütterung von Arzneimitteln über technische Anlagen und deren Kontrolle durch den Tierarzt.
Über den Kontingenthandel und die Marktsituation informierte Walter Arnold, Mitglied der Proviande. Er erinnerte an den historischen Tiefstpreis bei Schweinefleisch von 3.55 Franken. Durch die Situation im Geflügelmarkt erholte sich der Preis für Schweinefleisch. Arnold begrüsst den Import von geschlachteten Kühen. Weniger Freude zeigte er am Import von Geflügelfleisch, der auf Druck der Gastronomie und gegen den Willen der Produzenten und Grossverteiler bewilligt wurde.
Über hundert Mitglieder nahmen an der diesjährigen
Generalversammlung der Swiss Beef Region Ost teil. (tos)
Ausrottung der BVD möglich
Nachdem Hansueli Giezendanner, Präsident Landwirtschaftlicher Verein AR, die Landwirtschaft und die Rindfleischproduktion im Appenzellerland vorgestellt hatte, informierte Markus Harder, Leiter Fachstelle Nutztierhaltung LBBZ Arenenberg, über die Rinderseuche BVD (Bovine Virus Diarrhoe). Nach seinen Ausführungen ist eine Bekämpfung und Ausrottung der BVD möglich. Dadurch werde die Chance zur Rinderzucht verbessert. Die Schweiz verfüge über die notwendigen Grundlagen und Konzepte, betonte Harder. Wirtschaftliche Berechnungen zeigen nach fünf Jahren einen positiven Verlauf. Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung der BVD ist, nach Meinung von Harder, eine nachhaltige Forderung und Beteiligung der Landwirtschaft an der Ausrottung.

