Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
22. Mai 2020


Aktueller Pflanzenschutz

Ausgabe Nummer 19 (2020)

Weizen

Die Niederschläge taten dem Weizen wie auch den anderen Kulturen gut. Die Voraussetzungen für ein gutes Wachstum stimmen nun wieder. Das ist auch an seiner kräftigen Farbe sichtbar. Momentan befindet er sich zwischen den Stadien DC 37 (Fahnenblattspitze sichtbar) bis DC 41 (Ährenschwellen). Die Niederschläge und die weiterhin warmen Bodentemperaturen haben zum einen noch aufliegende Nährstoffe in den Boden gebracht und zum anderen fördern sie eine schnelle Mineralisierung. Nährstoffüberschüsse können die Krankheitsanfälligkeit des Weizens nun erhöhen. Aufgrund der nun vorhandenen Assimila tionsfläche ist aber eher mit einem starken Wachstumsschub zu rechnen.
Es ist daher wichtig, den Weizen nun zeitig auf Blattkrankheiten zu kon trollieren. Vor allem Blattflecken wie Septoria nodorum können sich in den Beständen nun rasch verbreiten. Aus den Fruchtkörpern in den Blattflecken werden die Sporen mittels Regentropfen von unteren Blattetagen in die oberen verteilt. Die Infektionsdauer beträgt bei den aktuellen Temperaturen drei Stunden. Die Wetterbedingungen für solch eine Verbreitung waren in den letzten Tagen ideal. Für die Kontrolle von 100 Halmen das viertoberste Blatt auszählen. Zeigen 20 % der Blätter Symptome der Blattfleckenkrankheit Septoria oder DTR, ist die Schadschwelle erreicht. Eine Bekämpfung ist von DC 37 bis 51 möglich und sollte bei Erreichen der Schadschwelle unmittelbar erfolgen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Resistenzeigenschaften der angebauten Sorte unzureichend sind.
Werden die Blattflecken im Rahmen einer Einfungizidstrategie bekämpft, lohnt es sich, zum breiten Schutz des Fahnenblatts ein Mittel mit breitem Wirkungsspektrum zu wählen.
Das Getreidehähnchen ist in den Weizenfeldern nach wie vor aktiv. Die Bedingungen für eine normale Vermehrung sind gegeben. Aufgrund der schwachen Niederschläge (Eier wäscht es so nicht ab) kann die Population weiter ansteigen. Sie sollten daher ab Fahnenblattstadium bis Blühbeginn regelmässig kontrolliert werden.

Zuckerrüben
Die Zuckerrüben können durch die Niederschläge nun richtig zulegen. Nachdem vor allem vom Auflaufen bis 4-Blatt-Stadium der Rübenerdfloh im Fokus stand, gilt nun bis ins 10-Blatt-Stadium die Aufmerksamkeit den schwarzen Blattläusen. Aufgrund der Niederschläge sollte der Druck aber eher gering sein. Kontrolliert werden jeweils 10 × 5 Pflanzen.
Die Schadschwelle ist überschritten, wenn bis ins 4-Blatt-Stadium 50 % und vom 6- bis 10-Blatt-Stadium 80 % der Pflanzen befallen sind. Werden die Blattläuse mit Primicarb behandelt, braucht es keine Sonderbewilligung. Zudem wäre im Sinn des Resistenzmanagements der Einsatz dieses Wirkstoffes sinnvoll, sofern vorgängig Rübenerdflöhe mit Pyrethroiden bekämpft wurden.

Kopfdüngung Zuckerrüben
Die Nmin-Analysen der letzten Woche (28.4.) zeigten durchwegs hohe Gehalte (9 Parzellen, 185 bis 560 kg Nmin/ha). Der Soll-Wert für Zuckerrüben im 4- bis 6-Blatt-Stadium liegt bei 180 kg Nmin/ha. Entsprechend war bei allen 9 beprobten Parzellen keine Stickstoffgabe mehr nötig. Offenbar erlaubten die warme Witterung, intakte Bodenstrukturen und die noch vorhandene Feuchtigkeit eine überdurchschnittliche N-Mineralisierung, sodass ein Verzicht oder zumindest eine Reduktion der N-Düngung angezeigt ist.


Text und Bild:
Florian Sandrini, Pflanzenschutzdienst, BBZ Arenenberg
















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