Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Als Paar einen Landwirtschaftsbetrieb führen

Ausgabe Nummer 42 (2016)

Bäuerinnenforum 2016

Der Fokus des Bäuerinnenforums am 3. November gilt diesmal den Paaren in der Landwirtschaft, die durch die Liebe sowie die gemeinsame Führungsarbeit ihres Unternehmens miteinander verbunden sind. Lianne Fravi, Co- Autorin des Buches «Wenn Paare Unternehmen führen», referiert an diesem Abend einerseits über die grosse Chance der Co-Leitung und andererseits die Herausforderungen, denen Paare begegnen, die täglich praktisch 24 Stunden zusammen sind. Im anschliessenden Podiumsgespräch kommen auch zwei Ehepaare zu Wort.

Lianne Fravi, Psychologin und Unternehmensberaterin mit eigener Praxis für Laufbahn-, Berufs-, Beziehungs- und Lebensfragen, weiss, wovon sie spricht, arbeitet sie doch seit 1987 mit ihrem Ehemann zusammen. Ihre persönlichen Erfahrungen sowie diejenigen der zwölf Unternehmerduos, die sie zusammen mit Bettina Plattner-Gerber in ihrem Buch porträtiert hat, bilden ihren grossen Erfahrungsschatz. Maja Grunder, VTL-Vorstandsmitglied und Präsidentin der Kommission Frauen in der Landwirtschaft, moderiert das ans Referat anschliessende Podiumsgespräch. Zu Gast sind neben Lianne Fravi auch die Ehepaare Flurina und Andreas Eberle sowie Käthi und Daniel Vetterli.
Flurina und Andreas Eberle aus Altnau, 29 und 38 Jahre alt, Eltern einer zweijährigen Tochter, bewirtschaften einen 22 Hektar grossen Obstbaubetrieb mit Spezialkulturen wie Spargel, Holunder, Strauchbeeren, Minikiwi sowie Pouletmast. Seit über zehn Jahren sind sie auch in der Direktvermarktung tätig. Andreas ist auf dem elterlichen Betrieb aufgewachsen und hat sich nach der landwirtschaftlichen Lehre bis zur Meisterprüfung als Obstbaufachmann weitergebildet. Flurina, gelernte Bankkauffrau, ist auf einem landwirtschaftlichen Pachtbetrieb im Kanton Graubünden aufgewachsen und arbeitet seit vier Jahren mit ihrem Ehemann zusammen. Sie besucht berufsbegleitend die Bäuerinnenschule. In ihrem Unternehmen beschäftigen sie Andreas Eltern, fünf Saisonniers und einen Lehrling. Vor drei Jahren haben sie das Wohnhaus umgebaut, die Eltern sind damals in ein eigenes Haus direkt neben dem Betrieb gezogen. Die Arbeitsaufteilung ist klar geregelt, Andreas ist der Betriebsleiter und zusammen mit seinem Vater für alles, was draussen anfällt, verantwortlich. Flurina ist in erster Linie für die Familie, den Haushalt und die Büroarbeiten zuständig. Der Hofladen wird vorwiegend durch ihre Schwiegermutter betreut. Bei Bedarf unterstützt man sich gegenseitig. Ausserhalb des Betriebes sind beide in Vereinen tätig, Andreas zudem in diversen Vorständen.
Käthi und Daniel Vetterli aus Rheinklingen haben vier eigene Kinder und ein Pflegekind im Alter von 12 bis 22 Jahren. Sie bewirtschaften einen Milchwirtschaftsund Ackerbaubetrieb mit Kartoffeln und Lagergemüse. Zudem sind sie an einem Kompostierunternehmen beteiligt. Daniel ist auf dem elterlichen Betrieb aufgewachsen und hat die Ausbildung zum Landwirt mit der Meisterprüfung abgeschlossen. Käthi, Primarlehrerin von Beruf, ist auf einem Bauernhof in Riedt bei Erlen aufgewachsen. In ihrem Unternehmen beschäftigen Käthi und Daniel einen Angestellten, eine Haushalthilfe im Teilpensum und zwei Lehrlinge. Neben der Betriebsleiterfamilie wohnen auch die Eltern des Betriebsleiters sowie die Lehrlinge auf dem Hof. Die Verantwortlichkeiten sind klar geregelt: Jedes hat seine Bereiche und wird vom anderen unterstützt. Daniel ist verantwortlich für den Landwirtschaftsbetrieb, die Angestellten und Lehrlinge. Käthi ist zuständig für Haushalt, Büro und hilft bei Erntearbeiten mit. Ausserhalb des Betriebes ist Käthi in einem Teilpensum als Musiklehrperson tätig und engagiert sich als Leitungsmitglied in der örtlichen Freikirche. Daniel amtet als Schulpräsident, Schulleiter und Kantonsrat. Zudem ist er Vorstandsmitglied der Rübenproduzenten und Präsident der Maschinengemeinde Rheinklingen. Beide haben Freude an der Musik und initiieren regelmässig Musical- und Gospelprojekte.
Wie sich die beiden Ehepaare von der Arbeit erholen, wo sie die Energie für ihr Wirken tanken und was sie als Führungsduo so stark macht, sei hier nicht verraten. Zum Bäuerinnenforum sind diesmal auch die Partner ganz herzlich eingeladen.


Andrea Heimberg
Müller Kommission Frauen in der Landwirtschaft













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