Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Altlasten: Verdachtsflächenplan hat ausgedient

Ausgabe Nummer 14 (2015)

Das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau teilt mit: Die Altlastenbearbeitung ist eine Generationenaufgabe. Sämtliche Standorte des Ende der Neunzigerjahre erstellten Verdachtsflächenplans wurden überprüft und in den Kataster der belasteten Standorte überführt oder aus der Bearbeitung entlassen. Zahlreiche altlastenrechtliche Untersuchungen und Sanierungen sind noch durchzuführen. In vielen Fällen ist noch zu regeln, wer welchen Anteil der Kosten übernehmen muss.

Ende der 1990er-Jahre erstellte das Amt für Umwelt in Zusammenarbeit mit den Gemeinden den sogenannten Verdachtsflächenplan. In dieses Verzeichnis wurden insgesamt rund 5000 Standorte des Kantons Thurgau aufgenommen, bei welchen Hinweise auf Belastungen im Untergrund vorlagen. Umfangreiche Auswertungen von Karten, Luftbildern und Archiven sowie Befragungen von Zeitzeugen waren die Grundlage dafür. Der Verdachtsflächenplan umfasste Ablagerungsstandorte (zum Beispiel alte Deponien), Betriebsstandorte (zum Beispiel Ablagerungsstätte von Produktionsabfällen) oder Unfallstandorte (zum Beispiel Unfälle mit Freisetzung von Öl oder Treibstoffen).
In den vergangenen zehn Jahren hat das Amt für Umwelt alle diese Standorte des Verdachtsflächenplans überprüft und beurteilt. Die Standorte, bei denen feststeht oder mit grosser Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, dass sie belastet sind, wurden in den Kataster der belasteten Standorte (KbS) eingetragen. Die übrigen Standorte wurden aus der Bearbeitung entlassen. Diese Überprüfung der Verdachtsflächen konnte nun abgeschlossen werden. Im KbS sind nun 1772 Standorte rechtskräftig eingetragen.
Mit dem Eintrag in den Kataster der belasteten Standorte wurde auch festgelegt, ob weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen. Je nach Schadstoffpotenzial der abgelagerten Abfälle, beziehungsweise freigesetzten Stoffe und deren Potenzial, ein Schutzgut – wie zum Beispiel Grundwasser – zu gefährden, sind weitere Abklärungen erforderlich. Bei rund 760 KbS-Standorten ist mit einer Voruntersuchung gemäss der Altlastenverordnung abzuklären, ob eine Sanierung erforderlich ist. Das Amt für Umwelt geht davon aus, dass weniger als 10 Prozent der KbS-Standorte saniert werden müssen.
Die Untersuchungen und allfällige Sanierungen sind vom Inhaber eines belasteten Standortes durchzuführen und vorzufinanzieren. Sofern der Verursacher eindeutig ermittelt werden kann, kann dieser verpflichtet werden, die notwendigen Massnahmen zu treffen. Die Kosten für Untersuchungs-, Überwachungs- und Sanierungsmassnahmen werden in einem separaten Verfahren nach dem Verursacherprinzip gemäss den Regelungen des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz) aufgeteilt.


Amt für Umwelt Thurgau

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