Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


An die Säcke

Ausgabe Nummer 21 (2017)

Hier kommt der kleinste Bauergarten der Schweiz. Er passt auf jeden Balkon oder in eine winzige sonnige Ecke. Bei Bedarf können auch mehrere Minigärten aneinandergereiht werden. Und mit dem Pflanzensack ist «Gärtnern » mobil und leicht zugleich. Vom Salat über Kräuter, Obst, Gemüse bis hin zur individuellen Blumenpracht ist mit dem Pflanzensack im Kleinen alles möglich, was ein traditioneller Bauerngarten im Grossen auch bieten würde. Nur eben platzsparender.

So funktionierts:

Folgende Materialien werden zum Aufbau eines Sackgartens benötigt:
– Pflanzsack
– Frische Pflanzerde mit guter Struktur
– Blähton als Drainage
– Plastikschale
– Vlies oder durchlässiges Gewebe
– Dachlatte mit Brett zum Aufbinden
– Pflanzenmaterial
– Langzeitdünger:
   Umhüllter Langzeitdünger Osmocothe 3 bis 4 Monate: 1 bis
   2 Gramm pro Liter Erde oder organischer Volldünger wie 
   Gartensegen/ Hato: 2 bis 4 Gramm pro Liter Erde Flüssigdünger
   stickstoffbetont wie Wuxal

Drainageschicht / Wasserspeicher
Als Drainagematerial kann fast alles verwendet werden was Wasser nicht über Gebühr infolge Kapillarwirkung hochsaugt: Grober Kies, zerschlagene Tontöpfe, nicht zu grosse Steine, Perlite, Blähton und vieles mehr. Die Aufgabe der Drainageschicht liegt hauptsächlich darin, zu verhindern, dass das Substrat zu feucht wird, wenn in der Auffangschale oder dem Übertopf doch einmal etwas Wasser stehen sollte.

Erde befüllen
Die Drainageschicht (Blähtonkugeln) werden mit einem Vlies oder einem anderen durchlässigen Gewebe abgedeckt. Die Trennschicht verhindert die Durchmischung mit der Pflanzerde. Die Drainage kann somit im nächsten Jahr wieder verwendet werden. Wenn die Erde zu trocken ist, diese vorgängig anfeuchten. Substrat in den Pflanzsack geben und verteilen. Mit den Fingerspitzen die Erde leicht andrücken. Die Erde bis ca. 1 bis 2 cm unter den Rand des Sackes auffüllen.

Grunddüngung
Bei einer Nullerde wird eine Grunddüngung in die Erde beigemischt. Der Dünger muss in der ganzen Erde gleichmässig untergemischt werden. Angaben Menge: siehe unter Materialien.

Kombinationen
Es sind verschiedenste Kombinationen von Gemüse, Kräutern und Blumen möglich. Es ist zu empfehlen, in einen Sack jeweils Pflanzen der gleichen Nutzungsgruppen zu kombinieren wie Salate, Teekräuter, Würzkräuter, Sommerblumen als Direktsaat, Sommerblumen in Töpfen, Tomaten und Gurken, Kartoffeln, Erdbeeren. Dies hat den Vorteil, dass Standort, Nährstoff- und Wasserbedarf für alle Pflanzen etwa gleich sind. Achten Sie darauf, dass eine Pflanze genügend Raum für ihre Entwicklung hat. In der Regel wird eher zu dicht gepflanzt.

Anpflanzen
Pflanzen auslegen. Die Wurzelballen müssen vor dem Einpflanzen feucht sein. Wenn sie trocken sind, in ein Wasserbad legen bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Wurzelballen vor der Bepflanzung anreissen damit das Wurzelwachstum gefördert wird. Nach dem Einpflanzen den Sack an den Bestimmungsort tragen und danach gleich die Pflanzen gut einschwemmen. Bei Frostgefahr den Sack an einen hellen frostsicheren Ort stellen. Es ist zu empfehlen die Pflanzen nicht gleich an die pralle Sonne zu stellen (Verbrennungsgefahr)!

Hoch und tief pflanzen
Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen, Kohl und Kartoffeln sind tief zu pflanzen (Keimblätter unter den Boden). Salat, Blumen, Kräuter und Erdbeeren sind hoch zu pflanzen (Keimblätter über dem Boden).

Giessen / Pflege
Während der Vegetationsperiode von April bis Oktober ist die Pflegearbeit hauptsächlich giessen. Die Wassergaben sollten der Witterung angepasst erfolgen. Die Erde darf nie austrocknen, aber auch nicht vernässt sein. Eine wirksame Fühlkontrolle an zwei bis drei Stellen in ca. 5 bis 8 cm Tiefe ist regelmässig durchzuführen. Wasser beim Giessen langsam einfliessen lassen, damit sich das Erdreich mit Wasser langsam sättigen kann. Eine Verbesserung ergibt das Eingraben von Petflaschen als Giesstrichter. Ab Mitte Mai geben wir dem Giesswasser regelmässig einen handelsüblichen Flüssigdünger bei. Falls die Pflanze zu trocken steht, zuerst mit Wasser vorgiessen. Ab Ende August wird die Düngung eingestellt.

Viel Erfolg beim Sackgärtnern.


BBZ Arenenberg
Daniel Brogle
Leiter Gärten






















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