Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Anbauversuche des BBZ Arenenberg in Zusammenarbeit mit dem Betrieb Brunnegg

Ausgabe Nummer 17 (2015)

In Zusammenarbeit mit dem Betriebsleiter des Betriebs Brunnegg, Marcel Gerber, hat die Gruppe Acker- und Futterbau des BBZ Arenenberg auf dem Betrieb Brunnegg in Tägerwilen letzten Herbst einen grossen Praxisversuch gestartet.

Der Schwerpunkt dieses Versuchs ist, die Auswirkungen von bodenschonenden Anbauverfahren bei wichtigen Ackerkulturen zu testen und weiterzuentwickeln. Die verschiedenen Verfahren wurden auf derselben Parzelle angelegt, was einen direkten Vergleich erlaubt. Die Versuchsparzelle hat eine Fläche von 5 Hektaren und liegt nördlich angrenzend an die Hauptstrasse Tägerwilen – Kreuzlingen. Sie wurde in vier fixe Schläge mit folgenden Verfahren unterteilt:
1. Pflug (konventioneller Anbau)
2. Mulchsaat
3. Direktsaat oder Streifensaat
4. Bio-organisch (biologischer Anbau)
Die Versuchsfläche ist in die Fruchtfolge des Betriebes integriert, und der Start erfolgte mit der Saat der Wintergerste im September 2014. Nach der Ernte wird eine Zwischenkultur gesät, auf welche im Frühling 2016 entweder Mais oder Zuckerrüben folgen wird (diese Entscheidung trifft der Betriebsleiter im Verlauf dieses Jahres).
Im Laufe einer Fruchtfolgeperiode können auf der Versuchsparzelle die Auswirkungen der verschiedenen Anbauverfahren bei einigen wichtigen Ackerkulturen gezeigt werden. In die Demonstrationsversuche sollen auch Anregungen aus der Praxis einfliessen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden an Flurgängen und Vorträgen an die Praxis weitergegeben. Zusätzlich werden die Versuche in der Ausbildung (Berufsfachschule und Weiterbildung) als Übungsmöglichkeit genutzt.

Beiträge für schonende Bodenbearbeitung
Fruchtbarer Boden ist der zentrale Produktionsfaktor der Landwirtschaft. Die Entwicklung in der Anbautechnik mit immer schwereren Maschinen geht deshalb eigentlich in die falsche Richtung: Der landwirtschaftlich genutzte Boden wird immer stärkeren Belastungen ausgesetzt. Zur Förderung der Bodenstruktur sollte die Bearbeitungsintensität der jeweiligen Situation angepasst werden. Im Prinzip müssen Böden nur so intensiv und tief bearbeitet werden, wie es für die Unkraut-, Schädlings- und Krankheitskontrolle sowie die Kultur und Folgekultur nötig ist. Durch reduzierte Bodenbearbeitung nimmt der Humusgehalt im Oberboden zu. Zudem wird die Bodenstruktur und damit die biologische Aktivität gefördert und die Speicherkapazität für pflanzenverfügbares Wasser verbessert. Schonende Bodenbearbeitungssysteme wie Direkt-, Streifen- und Mulchsaat tragen dazu bei, Erosion und Verdichtung zu vermeiden und somit die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten. Der Bund unterstützt seit Beginn der AP 2014 bis 2017 mit Ressourceneffizienzbeiträgen die Direktsaat mit 250 Franken pro Hektare, die Streifensaat mit 200 Franken pro Hektare, die Mulchsaat mit 150 Franken pro Hektare während der Beitragsdauer von 2014 bis 2019. Wer von der Ernte der vorangehenden Hauptkultur bis zur Ernte der beitragsberechtigten Hauptkultur auf Herbizide verzichtet, bekommt einen Zusatzbeitrag von 400 Franken pro Hektare. Keine Beiträge gibt es für das Anlegen von a) Kunstwiesen mit Mulchsaat, b) Gründüngungen und Zwischenkulturen und c) Weizen oder Triticale nach Mais. Die Anmeldung erfolgt jährlich und einzelparzellenweise.

Folgende Bedingungen müssen für die Beiträge erfüllt sein:
Direktsaat: Höchstens 25 Prozent der Bodenoberfläche dürfen
   während der Saat bewegt werden. Die Saatgutablage erfolgt in
   einem Arbeitsgang direkt in den unbearbeiteten, in der Regel mit
   Pflanzen(-resten) bedeckten Boden.
– Streifensaat: Höchstens 50 Prozent der Bodenoberfläche dürfen vor
   oder während der Saat bearbeitet werden. Es erfolgt ein
   streifenförmiges, höchstens 20 cm tiefes Bearbeiten des in der 
   Regel mit Pflanzen(-resten) bedeckten Bodens. Die Streifensaat
   benötigt höchstens zwei Arbeitsgänge.
– Mulchsaat: Es erfolgt ein ganzflächiges, höchstens 10 cm tiefes,
   pflugloses Bearbeiten des möglichst mit Pflanzen(-resten) bedeckten
   Bodens .
– Der Pflug darf von der Ernte der vorangehenden Hauptkultur bis zur
   Ernte der beitragsberechtigten Hauptkultur nicht eingesetzt werden.
– Wird eine Zwischenkultur angebaut, darf das Anbauverfahren von
   der beitragsberechtigten Hauptkultur abweichen. Sie muss jedoch als
   Direkt-, Streifen- oder Mulchsaat erfolgen.
– Der Glyphosateinsatz ist auf 1.5 kg Wirkstoff pro Hektare beschränkt.
– ÖLN-Aufzeichnungen müssen pro Fläche mit a) Art der schonenden
   Bodenberabeitung und b) Geräte-/Maschinentyp und Name des
   Besitzers ergänzt werden.
– Die Anmeldung für schonende Bodenberabeitung im 2015 muss bis
   spätestens 30. Juni 2015 unter www.agate.ch → mein agate → Kant.
   Datenerhebung erfolgt sein.


BBZ Arenenberg,
Hermann Brenner







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