Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Anicom setzt auf Qualitätsstrategie in der Tierproduktion

Ausgabe Nummer 48 (2017)

An der Anicom Regionaltagung 2017 in Niederuzwil stand die Qualität der Tierproduktion und des Tierhandels im Fokus. Mit verschiedenen Produktionsprogrammen schafft die Anicom Anreize, Tiere in der gewünschten Qualität zu produzieren.

Walter Mock, Verwaltungsrat und Präsident Regionalausschuss Anicom AG Ostschweiz, wies in seinem Grusswort darauf hin, dass die Qualitätsstrategie der Anicom ständig verbessert und optimiert wird. Die Tiergesundheit sei eines der wichtigsten Optimierungspotenziale in der Kälbermast und Aufzucht. Die Tränkeraufzucht nach Colorispotop ziele darauf ab, die Kälber- und Tiergesundheit mit verschiedenen Massnahmen wie der Kolostrumversorgung und dem gezielten Nährstoffbedarf zu fördern. Mit Milchabgaben ab der zweiten bis zur vierten Lebenswoche werden Milchgaben von mindestens acht Litern empfohlen. Weiter werden Eisen- und Ergänzungsfütterung sowie die Intranasalen-Impfung vorgestellt. Walter Mock lobte die Fremdremontierung in der Tierzucht. Aktuelle Genetik, sei eine sichere Basis für verlässliche Mastprodukte wie Jager und Tränker.

Qualitätsstrategie in der Tierproduktion
Hanspeter Geisser, Bereichsleiter der Anicom AG Region Ostschweiz, betonte, dass die Anicom auf die Qualitätsstrategie in der Tierproduktion setzt. Seit Juni stelle Anicom ihren Produzenten eine kostenlose App zur Verfügung, welche die Arbeit der Produzenten wesentlich erleichtere. Per Knopfdruck können Tiere bei der Anicom angemeldet und bestellt sowie Tiergeschichten über eine Scanfunktion abgefragt und Schlachtdaten über Push-Nachrichten empfangen werden. Informationen zu Preisveränderungen erhalten Produzenten über die Rubrik «News» jeweils bereits am Donnerstagabend, so früh wie sonst nirgends. Mit der App werden Arbeitsabläufe vereinfacht und beschleunigt, zudem sinkt das Fehlerrisiko.

Enge Zusammenarbeit von Anicom, Swissgenetics und VIANCO
«In der Schweiz gibt es immer weniger Milchkühe, dafür mehr Grossviehmäster – das führe zu einem Zielkonflikt im Tränkermarkt, sagte Hanspeter Geisser. Besonders Qualitätstränker der Klassen «AA» und «AAW» seien sehr gefragt, da sie in der Grossviehmast, teilweise auch in der Kälbermast, wirtschaftlichere Resultate erzielen. Um das Angebot an Fleischrassentränkern langfristig zu sichern, wurde die Partnerschaft VEOS ins Leben gerufen. In diesem Programm arbeiten Anicom, Swissgenetics und VIANCO eng zusammen. Ziel sei es, das Image der Kalb- und Rindfleischproduktion zu verbessern und einen Mehrwert für die Milchvieh- und Rindviehmastbetriebe zu generieren. Die Milchviehhalter profitieren von Zuchtzuschlägen in Form von Gutscheinen für Tränker der Klassen «AA» und «AAW», Mastbetriebe von einem grössern Angebot an Fleischrassentränkern.

Herausforderungen für die Landwirtschaft
Urs Schneider, Stellvertretender Direktor Schweizer Bauernverband, nannte als Herausforderungen für die Landwirtschaft unter anderem den Druck auf den Grenzschutz, Kampf um Abgeltung gemeinwirtschaftlicher Leistungen, die Weiterentwicklung der Agrarpolitik 22+ und die Marktsituation. Immer wieder werde die Landwirtschaft wegen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Tierschutz, Antibiotika, Finanzen und anderem mehr kritisiert. Die Landwirtschaft werde zudem mit immer neuen Forderungen aus Umwelt- und Tierschutzkreisen konfrontiert. So stehen die beiden Initiativen «Sauberes Trinkwasser für alle» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide » im Fokus. Schneider sprach von qualitativ hochwertigen und sicheren Lebensmitteln, für die sich die Schweizer Bauern einsetzen. Dazu sollen die Konsumenten sensibilisiert werden.

Gesamtschau im Widerspruch zum Volksentscheid
Urs Schneider wies darauf hin, dass die Gesamtschau des Bundesrates in völligem Widerspruch zum Volksentscheid und zur Umsetzung einer Qualitätsstrategie steht. So soll eine vollständige Marktöffnung im Agrarbereich im Rahmen eines Freihandelsabkommen mit der EU erfolgen. Aus diesen Gründen fordert der Schweizer Bauernverband (SBV) vom Bundesrat, dass er die von ihm vorgeschlagenen Strategien nochmals grundlegend überprüft. «Der SBV wird Fehlentwicklungen mit allen Mitteln bekämpfen und Anpassungen durchsetzen», sagte Urs Schneider.

Mario Tosato









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