Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Ansätze für Antibiotika-Reduktion

Ausgabe Nummer 38 (2015)

Septemberhöck der Suisseporcs Sektion Ostschweiz Drei Doktorandinnen der Vetsuisse-Fakultät Zürich zeigten vor rund 50 Schweinehaltern auf, welche Massnahmen ergriffen werden können, um den Antibiotika-Einsatz zu reduzieren. Im zweiten Teil ging es um die Ganzkörperanalyse, um den Stickstoff im Schlachtschwein nachzuweisen. Die beiden behandelten Themen zeigten anhand der anschliessenden regen Diskussion, dass sie aktuell sind und in der Schweinezucht und in der Schweineproduktion alles im Wandel und Bewegung ist. Laufend werden Untersuchungen und Versuche gemacht und neue Erkenntnisse publiziert. Patricia Hirsiger, Julia Malik und Bettina Jenny, Assistentinnen in der Abteilung für Schweinemedizin am Tierspital Zürich, stellten Teile ihres Projektes «Fitpig» vor, bei dem sie mögliche Lösungsansätze für die Antibiotikareduktion herausschälten. Ein anderes Projekt betraf Risikofaktoren für MMA-Erkrankung oder landläufig Milchfieber genannt und mögliche Gegenmassnahmen. Krankheitsrisiken senken «Schon wieder Antibiotika, wer blickt da noch durch?», fragte Christian Gerber, Präsident Suisseporcs Sektion Ostschweiz, zu Beginn des Septemberhöcks in Kirchberg rein rhetorisch. Das Thema Antibiotika sei omnipräsent. Damit haben sich auch die drei referierenden Doktorandinnen in ihrer Doktorarbeit beschäftigt. In insgesamt 220 Zucht- und Mastbetrieben hatten sie ihre aufwändigen Untersuchungen und Befragungen durchgeführt. Sie stellten Unterschiede bei der Medizinierung fest und machten verschiedene Risikofaktoren in Betrieben für Erkrankungen aus: schlechte Hygiene der Tränke für die Saugferkel, schlechtere Wasserqualität bei privaten Wasserquellen, die Hygiene allgemein, das Vermischen von Schweinen verschiedener Zulieferer bei der Einstallung in die gleiche Bucht, oder kranke Tiere wurden nicht am Schluss versorgt. Homöopathische Mittel könnten hilfreich sein, wenn ohne Antibiotika eingestallt werde. Bei diesem Thema meldete sich später ein Schweinehalter, der gute Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln macht und fast ganz auf Antibiotika verzichten kann. «Man muss das Tier allerdings gut beobachten und aufmerksam sein», betonte er. Faktorenkrankheit MMA Julia Malik ging auf die Wirkung des Antibiotikums ein, machte immer wieder darauf aufmerksam, sich mit dem Tierarzt abzusprechen, und nahm das Thema der Antibiotikaresistenz auf. Sie machte bewusst, dass sich die resistenten Keime auch auf den Menschen übertragen können. Um die resistenten Bakterien möglichst klein zu halten riet sie, das Antibiotikum korrekt zu dosieren, nur kranke Tiere zu behandeln, die Behandlungsdauer einzuhalten, das Mittel besser zu spritzen als übers Futter zu verabreichen und bei einem Medikament zu bleiben. Die Hygiene, Reinigung, Desinfektion und die korrekte Impfung sprach sie ebenfalls an. Bettina Jenny ging auf die Symptome der MMA-Erkrankung ein. In diesem Bereich machten sie eine umfangreiche Befragung auf 30 Betrieben mit grossen Problemen und 30 Kontrollbetrieben mit wenigen Problemen. Auch hier fanden sie einfache Massnahmen heraus: Genug Durchfluss beim Tränkenippel, aber nicht zu viel, Haltungsmängel bei lahmen Muttersauen beseitigen, Klauen rechtzeitig pflegen, Fütterung anpassen und eine genug lange Behandlung. Sie gab auch Tipps bei der Eingliederung der Remonten nach dem ersten Abferkeln. Saubere Futtertröge seien wichtig. MMA sei eine Faktorenkrankheit und vor allem ein Fütterungs- und Managementproblem. Wer viel Antibiotikum zur Bekämpfung von MMA brauche, brauche wiederum viel bei den Saug- und Absetzferkeln. Stickstoff-Effizienz Vincent Boillat, Vorstandsmitglied der Suisseporcs Sektion Westschweiz, hat im Rahmen seiner Masterarbeit Ganzkörperanalysen von Schlachtschweinen durchgeführt, um nachzuweisen, wie viel Stickstoff vom Futter im Schwein bleibt und wie gross der Anteil in der Gülle ist. Ziel ist, die Stickstoff-Effizienz zu optimieren. Bei der Ganzkörperanalyse kann man die chemische Zusammensetzung des Leerkörpers bestimmen, also die Anteile Protein, Fett, Asche und Wasser und die Verteilung im Schlachtkörper. Um den Ammoniak-Ausstoss zu reduzieren, gelte es die N-Effizienz zu optimieren, der Bund wolle die Reduktion. Auch die Schweinehalter könnten etwas dazu beitragen, Verbesserungspotenzial sei vorhanden. Als Denkanstoss gab er mit: Die N-Effizienz auf den Betrieben anschauen und berechnen, die Diskussion zur Anpassung der Richtwerte für Nährstoffbilanzen führen, die Massnahmen, die bereits zur Verfügung stehen, nutzen. Das bedeutet NPr-Futter und Phasenfütterung. Cecilia Hess, Uzwil










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