Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Anspruchsvolle Produktion in einem nassen Sommer

Ausgabe Nummer 3 (2015)

Rückblick auf das Gemüsejahr 2014:

2014 war für die Gemüseproduzenten kein einfaches Jahr. Die Ernten im Frühling starteten so früh wie seit Jahren nicht. Für das Sommergemüse ist die Bilanz der Erntemengen weniger gut, der Arbeitsaufwand war durch die Nässe sehr gross und die Nachfrage nach Tomaten und Salaten war schwach. Dank dem warmen Herbst wuchs das Gemüse gut und die Erntemengen waren beachtlich. Ausserdem sorgte das warme Wetter bis in den Winter für eine ökologischere Produktion.

2014 zeigte einmal mehr: der Schweizer Gemüsebau ist stark vom Wetter und den Temperaturen abhängig, welche von Woche zu Woche neue Überraschungen (Hitze oder Regen) bringen können – da nützt auch eine optimierte Anbauplanung wenig. Bei den Preisen muss je nach Gemüsekultur ein differenzierter Rückblick gemacht werden: Generell lässt sich festhalten, dass der Preisdruck auf die Gemüseproduzenten auch 2014 bestehen blieb.
Nach dem sehr milden Winter und einem sonnigen und warmen Frühlingsbeginn starteten die ersten Frühlingsgemüse wie Salate, Spargel und Rhabarber mit zwei bis drei Wochen Vorsprung so früh wie seit Jahren nicht mehr und mit hervorragender Qualität in die Gemüsesaison 2014. Dank des guten Frühlingswetters ohne Frost wurde bei fast allen Gemüsesorten die Vollversorgung rasch erreicht, das heisst, es hatte genügend Mengen, um den gesamten Schweizer Markt zu versorgen.

Anspruchsvolle Gemüseproduktion in einem nassen Sommer
Die anhaltend feuchte Witterung im Sommer stellte besonders für die Freilandproduktion eine grosse Herausforderung dar. Die Produktion und der Anbau von Qualitätsgemüse waren durch lokale Unwetter und in den nassen Böden für die Gemüseproduzenten sehr aufwändig und arbeitsintensiv. Um den Markt im Sommer versorgen zu können, musste Gemüse aus dem Ausland importiert werden. Aufgrund des mangelnden Lichts litten auch die Gewächshausgemüse Tomaten, Gurken und Auberginen: die Erntemengen lagen etwas unter dem Vorjahr, obwohl auch hier früher mit der Ernte begonnen werden konnte als 2013.

Veränderte Nachfrage der Konsumenten und tiefere Produzentenpreise
Die Nachfrage bei den Konsumenten verschob sich durch das schlechte Sommerwetter von typischen Sommergemüsen wie Tomaten, Gurken und Salaten zu Kochgemüsen wie Blumenkohl, Broccoli und Zucchetti. Tomaten waren bei den kalten Temperaturen weniger gefragt. Der Pro-Kopf-Konsum für Gemüse und pro Gemüsesorte kann noch nicht berechnet werden, da noch nicht alle Zahlen bis Ende 2014 erhoben wurden. Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten geht aber davon aus, dass sich der Konsum nicht verändert hat und bei 85 kg pro Kopf stagniert.

Energieeffiziente Produktion dank warmem Herbst
Dank mildem Herbstwetter waren lange Zeit noch grössere Mengen an Sommergemüse verfügbar. Dieser Herbst war nicht nur ein Segen, sondern stellte die Produzenten einmal mehr vor grosse Herausforderungen: Durch die laue Witterung wuchsen auch die für den Spätherbst gepflanzten Salate zu schnell, was zu einem grossen Angebot und einem früheren Saisonende führte. Positiv am warmen Wetter bis in den Winter war, dass Gewächshäuser weniger geheizt werden mussten und insgesamt der Energieverbrauch 2014 niedriger ausfällt als in anderen Jahren. Trotzdem, für die Gemüseproduzenten von Salaten und Tomaten war das Jahr eher ein schwieriges. Andere Produzenten profitierten hingegen vom Wetter.
Als Folge der Wetterkapriolen starteten auch die Ernten von Lagergemüse mit grossen Herausforderungen: Karotten, welche eigentlich fürs Lager bestimmt gewesen wären, mussten teilweise als Frischgemüse verkauft werden, um Engpässe auszugleichen. Die Ernte blieb durch die Nässe schwierig. Die Lager konnten aber dennoch gut gefüllt werden und sind nun bis nächsten Frühling voll mit Schweizer Lagergemüse – insbesondere die Mengen an geernteten Zwiebeln sind erfreulich.

Tiefkühl- und Dosengemüse im Plus
Bei Erbsen konnten die Gemüseproduzenten 2014 eine steigende Nachfrage feststellen – Schweizer Erbsen sind insbesondere bei den grossen Abnehmern gefragt. Die Erntemengen waren 2014 grundsätzlich sehr gut, vor allem auch bei Bio-Erbsen. Ausgesprochen gut waren die Erträge von Pariser Karotten im St. Galler Rheintal. Diese spezielle Karottenart wird nur für Dosengemüse verwendet. Die Ernten von Spinat und Bohnen waren insbesondere im Kanton Aargau durchschnittlich, teilweise gab es wetterbedingte Ernteausfälle. Auch hier war das St. Galler Rheintal 2014 klimatisch besser dran. Die Verarbeitungsgemüseproduzenten blicken aber zusammenfassend aber auf eine bessere Ernte als 2013 zurück.


Verband Schweizer Gemüseproduzenten,
Bern

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