Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
14. Februar 2020


Arbeitsgrupper Käsereimilch der Genossenschaften Thurgauer Milchproduzenten und Vereinigte Milchbauern Mitte Ost

Ausgabe Nummer 5 (2020)

Infoveranstaltung

Im Toggenburgerhof, Kirchberg SG, trafen sich über 50 Präsidenten und Verantwortliche aus Ostschweizer Käsereien zur Nachmittagsveranstaltung.

Durch den Anlass führte Stefan Looser, Präsident der Arbeitsgruppe. Zu Beginn stellte er die Mitglieder der Arbeitsgruppe vor. Als Hauptaufgaben der Gruppe nannte er: Meinungsaustausch zwischen den Vertretern der verschiedenen Sortenkäse, Vertretung gegenüber der Schweizer Milchproduzenten und die Einbringung der Anliegen der Ostschweizer silofreien Milchproduzenten auf nationaler Ebene. Zudem soll ein Informations- und Meinungsaustausch von Interessierten stattfinden. Ziel ist auch, junge Kräfte zu motivieren, sich für die silofreie Milchproduktion einzusetzen.
Urs Werder, Präsident der nationalen Arbeitsgruppe der Käsereimilchproduzenten, stellte dessen Aufgaben und Arbeitsfelder vor. Er erwähnte die momentane Marktlage beim Käse und stellt das Vorgehen zur Umsetzung des grünen Teppichs bei der Auslobung des Käses vor. Weiter im Fokus sind die Auszahlungen der Verkäsungs- und der Siloverzichtszulage.
«Wie verhandle ich erfolgreich?» Zu diesem Thema referierte Michael Oefner, Talktrainer (www.talktrainer. ch). Als Grundsatz nannte er folgende Aussage:

«Im Business kriegst du nicht, was du verdienst,
sondern was du verhandelst. Wie wir
uns beim Verhandeln verhalten, ist massgebend
für das Resultat, das wir erzielen.»

Michael Oefner

Anhand von Beispielen und Fotos zeigte er, worauf man achten muss, um ein möglichst gutes Resultat zu erreichen. Seiner Meinung nach ist einer der wichtigsten Punkte, dass man mit Freude und positiver Ausstrahlung in die Verhandlungen steigt. Selbstbewusstes Auftreten, jedoch nicht überheblich sein, Blickkontakt zu seinem Verhandlungspartner aufnehmen und mit guten Argumenten, aus Sicht des Gegenübers, operieren. So kann eine Übereinstimmung erzielt werden, die für das Erreichen eines guten Verhandlungsresultats genutzt werden kann. Anschliessend wurden im Plenum verschiedene Verhandlungssituationen und Verhaltensregeln besprochen, welche die Teilnehmer im sicheren Auftreten stärken werden.
Als zweiter Gastreferent konnte Pierre André Pittet, stellvertretender Direktor SMP, gewonnen werden. Ausführlich berichtete er von den aktuellen Marktzahlen, die insofern für die Milchproduktion vielversprechend aussehen, da zurzeit weniger Milch produziert wird und auch die Lagerbestände beim Käse tief sind. Die Exportzahlen des Käses konnten abermals gesteigert werden, und die Importe, die auf die preisliche Situation drücken, sind einmal mehr gewachsen, was auszuhalten sein sollte. Die Umsetzung des grünen Teppichs läuft bei der Molkereimilch gut, sodass die ersten Milchprodukte mit dem «swissmilk green»-Label, dem Zeichen für den Branchenstandard «Nachhaltige Schweizer Milch», gekennzeichnet sind. Nun muss auch beim Schweizer Käse das Ziel sein, dass er für Nachhaltigkeit bürgt und den Schweizer Branchenstandard erfüllt. Es wäre schön, wenn die Sortenkäse es zustande bringen würden, ihre Produkte mit «swissmilk green» auszuzeichnen. Denn langfristig könnte das Abseitsstehen negative Umsatzzahlen bringen. Gegen 16 Uhr konnte Stefan Looser die Versammlung schliessen, nachdem noch einige Fragen beantwortet worden waren.


Text und Bild:
Jürg Fatzer, TMP




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