Ausgabe Nummer 23 (2006)

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Arenenberger Schüler in der Steiermark

Schüleraustausch

Arenenberger Schüler in der Steiermark

Im Rahmen des Schüleraustausches mit der Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschule Hatzendorf weilten die Arenenberger Landwirtschaftsschüler des dritten Lehrjahres vom 15. bis 19. Mai 2006 im Dreiländereck im Südosten Österreichs. In der folgenden Zusammenstellung berichten die Schüler von ihren Eindrücken.


In Güssing wird Strom aus Biomasse
hergestellt. (Peter Züllig)

Reise in die Geschichte

Der Apfelcar führte uns am frühen Montagmorgen über München nach Hallein bei Salzburg. Die für den Chauffeur vorgeschriebene Ruhepause nutzten wir zur Besichtigung des ältesten Salzbergwerkes der Welt. In weisser Bergmannskleidung waren für uns die Fahrt mit dem Stollenbähnchen und die Talfahrt auf der Rutsche besondere Erlebnisse. Wir konnten uns im Berginnern ein Bild machen von der harten Arbeit der damaligen Bergleute. Die Weiterfahrt durch die Obersteiermark via Graz nach Hatzendorf zeigte uns eine vielfältige, gepflegte Landschaft. An unserem Gastort wurden wir herzlich willkommen geheissen.

Steirische Spezialitäten

Steirisches Kürbiskernöl ist weit herum bekannt. In einer Öl- und Getreidemühle konnten wir die traditionelle Verarbeitung der Kürbiskerne verfolgen und die verschiedenartigen Endprodukte verkosten. Auf dem Familienbetrieb Lukas werden 120 Pietrain-Herdebuchzuchtsauen gehalten mit dem Ziel, die Jungeber erfolgreich europaweit zu vermarkten. Auf der Fahrt in die Südsteiermark machten wir Halt auf einem Schweinemastbetrieb, auf dem die Schweine in einem Offenfrontstall gehalten werden. Ein Teil des Schweinefleisches wird in der hofeigenen Metzgerei veredelt und direkt vermarktet. Beeindruckt waren wir auch von einer neuen Biogasanlage. Drei junge Landwirte haben sich zusammengetan, um aus Silomais, der in der nahen Umgebung geerntet werden kann, Strom zu erzeugen. Die Anlage soll in 13 Jahren amortisiert sein und bedarf für den Normalbetrieb einer Mannstunde Arbeit pro Tag. Ein schmackhaftes Mittagessen wurde uns im Schloss Halbenrain von Haushaltungsschülerinnen serviert. Nach einem Rundgang durch die historischen Schulräumlichkeiten hatten wir Gelegenheit, die grenznahe Stadt Bad Radkersburg zu erkunden. Die Fahrt entlang der Grenze zu Slowenien führte uns auf das traumhaft gelegene Weingut der Familie Skoff. Die Rebanlagen und die Weinkellerei wurden uns vom jüngsten Sohn vorgestellt, der vor kurzem seine Ausbildung abgeschlossen hatte. Zu den Spezialitäten, die uns in der Buschenschank serviert wurden, durften wir verschiedene Weine verkosten.


Nach der Bewirtung in der Haushaltungsschule im Schloss Halbenrain.
(Peter Züllig)

Partnerschule und Umfeld

Herr Direktor Oberecker führte uns durch den Schulbetrieb der LFS Hatzendorf. In der Holz- und der Metallwerkstatt sind für eine Kursgruppe je acht Arbeitsplätze eingerichtet. In der hofeigenen Metzgerei und in einem Milchverarbeitungsraum werden die anfallenden Produkte unter Mitwirkung der Schüler verarbeitet und die Spezialitäten im Hofladen direkt vermarktet. Der Fleckviehbestand hat einen hervorragenden Jahresdurchschnitt von 10 000 Liter Milch pro Kuh. Dabei ist zu erwähnen, dass 10 bis 12 kg Kraftfutter zugefüttert werden. Im Schweinezuchtstall werden die verschiedenen Aufstallungsarten einander gegenüber gestellt.
Auf dem Familienbetrieb Krenn werden Milchvieh und Mastschweine gehalten. Die anfallende Milch verarbeiten sie mit relativ viel Handarbeit zu Milchgetränken, Joghurt, Frischkäse sowie Halbhartkäse. Die Produkte, von deren schmackhafter Qualität wir uns überzeugen konnten, werden in Schulen und auf Märkten der Region verkauft. In Güssing besuchten wir das Europäische Zentrum für Erneuerbare Energie, wo wir eine informative Führung zu verschiedenen Betrieben erleben durften, zum Beispiel zum Biomassekraftwerk und zur Anlage, in der aus Raps Biodiesel hergestellt wird. Im Thermalbad Loipersdorf hatten wir am Abend unseren Spass, und wir genossen die Wellnesskur.

Im neuen EU-Land

Auf unserem Abstecher nach Ungarn besuchten wir einen Betrieb mit 240 Mutterkühen auf rund 1900 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche. Der nächste Betrieb dient der Forschung im Bereich Viehmast. Zehn verschiedene Fleischrassen und auch das einheimische Grauvieh werden dort gehalten und geprüft. Die Weiterfahrt entlang dem Plattensee führte uns zu einem Restaurant, wo wir in mittelalterlicher Manier das Mittagsmahl zu uns nahmen. Nach dem (Raub-)Rittermahl genossen wir die Aussicht über die ungarischen Weiten von der Burg Sümeg aus.

Glückliche Heimkehr

Am Freitag war der Start für die Heimfahrt früh angesetzt. Die lange Reise wurde durch eine Betriebsbesichtigung im Pöttinger-Werk unterbrochen. Die sorgfältige Produktion der verschiedensten landwirtschaftlichen Maschinen in allen Grössen beeindruckte uns angehende Landwirte. Von dieser Schulwoche der besonderen Art kamen wir am Abend glücklich in den Thurgau zurück. Die vielen positiven fachlichen und kulturellen Eindrücke, die vorzügliche Gastfreundschaft und die fröhliche Kameradschaft werden wir auch nach unserem bevorstehenden Lehrabschluss in guter Erinnerung behalten.

Die Arenenberger Klassen BSN 3a und 3b