Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
14. September 2018


Auf Andreas Ritter folgt Rebecca Scheidegger

Ausgabe Nummer 15 (2016)

Die diesjährige Delegiertenversammlung der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost stand ganz im Zeichen des Stabswechsels in der Geschäftsleitung von Andreas Ritter zu Rebecca Scheidegger.

Hanspeter Egli, Präsident der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost, erinnerte an den Zusammenschluss der Milchverbände Winterthur und St. Gallen-Appenzell in die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) vor zehn Jahren. Im Verlaufe der letzten 40 Jahre habe sich mit Andreas Ritter, Geschäftsführer der Vereinigten Milchbauern Mitte- Ost, ein hervorragendes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Nach Ansicht von Hanspeter Egli entstand so die grösste regionale Berufsorganisation der Milchbauern in der Schweiz. Hanspeter Egli lobte die erfolgreiche Arbeit des Geschäftsführers Andreas Ritter, der die Genossenschaft und ihre Vorgängerorganisationen während 40 Jahren zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, erfolgreich führte. Nach der Fusion übernahm Andreas Ritter die operative Leitung als Geschäftsführer der VMMO. Hanspeter Egli sprach seinen Dank für die ausgezeichnete Arbeit des Geschäftsführers und seiner Mitarbeitenden aus.
Auch Hanspeter Kern, ehemaliger Präsident der VMMO und heutiger Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP), lobte die Zusammenarbeit und das ausgezeichnete Vertrauensverhältnis mit dem scheidenden Geschäftsführer. Die Delegiertenversammlung ernannte Andreas Ritter zum Ehrenmitglied. Als Erinnerungsgeschenk durften Andreas und seine Ehefrau Alexandra Ritter Wanderutensilien und ein Sitzbank entgegennehmen, welcher auf dem Kronberg aufgestellt wird.

Schweizer Milchwirtschaft vor ausserordentlichen Herausforderungen
In seiner Ansprache stellte Hanspeter Egli fest, dass die schweizerische Milchwirtschaft vor ausserordentlichen Herausforderungen stehe. Nach Eglis Ansicht produzieren die Milchbauern trotz tiefen Milchpreisen mehr Milch. Die Absatzmärkte sind in der Schweiz um 3 Prozent eingebrochen. Beim Export habe die schweizerische Milchwirtschaft 1,5 Prozent am Markt verloren. Egli wies auf die Verschlechterung des Eurokurses, den Wirtschaftseinbruch in China und das Wirtschaftsembargo gegen Russland hin. Der Ausstieg der EU aus der Quotenregelung habe die Milchproduktion zusätzlich angeheizt. «Als traditionelles Exportland können wir uns den internationalen Entwicklungen nicht entziehen, die erwähnten Umstände haben einen grossen Einfluss auf unsere Milchpreise», sagte Egli.

LactoFama verfügt über eine grosse Marktkompetenz
Der VMMO-Präsident wies daraufhin, dass die Verantwortung für die Durchführung der Marktabräumung bei der LactoFama AG liege. Hier sind 14 wichtige Marktorganisationen als Aktionäre eingebunden. Diese Organisationen verfügen nachgewiesenermassen über eine grosse Marktkompetenz. LactoFama AG ist zudem nur während vier Monaten im Jahr tätig. Während der übrigen acht Monate gelten alle Marktspielregeln vollumfänglich. In dieser Zeit haben die Marktorganisationen alle Möglichkeiten, mit innovativen und nachhaltigen Massnahmen eine bessere Verwertung der Milch umzusetzen. Hanspeter Egli erklärte, dass mit den beschlossenen Marktentlastungsmassnahmen die Milchproduzenten die Chance haben zu demonstrieren, dass sie bereit sind, in eigener Regie Selbstverantwortung zu übernehmen, statt den Staat um Hilfe anzugehen. Die VMMO konnte im 2015 einen Gewinn von 200 212 Franken erwirtschaften. Für Bernhard Gysel, Wahlkreis Kanton Schaffhausen, wurde René Alder, Hallau, in die Verwaltung gewählt.

Die neue Geschäftsführerin stellte sich vor
Wie die neue Geschäftsführerin der VMMO Rebecca Scheidegger erklärte, ist die politische Arbeit wichtig. Dazu zähle der Zahlungsrahmen, das Stabilisierungsprogramm des Bundes, die Verlagerung der Ökobeiträge in die Tierhaltung sowie der Umbau von «Graslandbasiert » auf «Raufutterbasiert». Wichtig sei auch die Einflussnahme auf politische Rahmenbedingungen wie die Umlagerung des «Schoggigesetzes» sowie die Segmentierung und die Richtpreise. Sorgen bereitet der neuen Geschäftsführerin die Milchproduktion und das Butterlager. Für die Zukunft seien auch der internationale Milchmarkt, die Entwicklung des Wechselkurses sowie das Freihandelsabkommen (TTIP/EU) wichtig. Die strategische Ausrichtung und die Optimierung der Familienbetriebe gewinne weiter an Bedeutung, ist Rebecca Scheidegger überzeugt.


Mario Tosato













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