Ausgabe Nummer 37 (2004)

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Auf Sharkasymptome achten

Zwetschgenernte
 
Auf Sharkasymptome achten
 
Sharkasymptome an Zwetschgen, diese gefährliche Viruskrankheit ist meldepflichtig (LBBZ Arenenberg).
 
Die Viruskrankheit Sharka, auch Pockenkrankheit der Pflaumen und Zwetschgen genannt, kann ausser den Kirschen alle wichtigen Steinobstarten (auch Aprikosen) befallen.
In der Schweiz gehört die Sharka zu den meldepflichtigen Krankheiten. Ausser der Schweiz gilt in Europa nur noch Holland als frei von Sharka. Dies war nicht immer so. 1967 bis 1969 traten in Schweizer Baumschulen Sharkafälle auf. Dank restriktiven Rodemassnahmen konnte die Krankheit bis 1971 wieder eingedämmt werden. Seit das Importverbot für Obstbäume durch den Bund wieder gelockert wurde, sind in den letzten Jahren aber erneut Sharkafälle bekannt geworden. Neuere Zwetschgensorten wie z.B. die Sorten Hanita und Elena sind teilweise Sharkatolerant respektive die Sorte Jojo sogar Sharkaresistent. Bei den toleranten Sorten werden die Bäume zwar infiziert, die Symptome sind aber nur an den Blättern, nicht aber an den Früchten sichtbar. Diese sind auch geniessbar. Bei sehr anfälligen Sorten wie unsere Hauptsorte Fellenberg und der neuen Sorte Felsina (Kreuzung mit Fellenberg) sind nebst starken Blattsymptomen auch das Holz und die Früchte beeinträchtigt. Diese weisen unregelmässige narbenartige Verformungen auf und sind bitter. Eine Ausbreitung der Sharka würde deshalb den Untergang unserer geschmacklich herausragenden Hauptsorte Fellenberg bedeuten. Nun wurde im Aargau, im Kanton Zürich sowie im Thurgau Sharkabefall in Zwetschgenanlagen festgestellt. Die Abklärungen über den Infektionsweg sind im Gang.

Abschlussbehandlungen bei spät reifenden Zwetschgen
Die Zwetschgenernte ist geprägt durch viele faulende Früchte (Hagel, Monilia).
Um Spätsorten einigermassen zu schützen, empfiehlt es sich, mit Teldor (Wartefrist 10 Tage unbedingt einhalten) noch einmal zu behandeln. Der Zusatz von Netzmitteln wird empfohlen, auch sollten nur trockene Bäume behandelt werden und der Wasseraufwand 400 l ha nicht überschreiten.

Zwetschgenschnitt
In unserer Region wachsen Zwetschgen auch auf den schwächeren Unterlagen Jaspy und GF 655 /2 bei allen Anbausystemen immer noch recht stark. Zwetschgen reagieren auf starken Schnitt meistens auch mit erneut starkem Triebwachstum. Aus der Optik der Baumgesundheit wäre der Schnitt direkt nach der Ernte am günstigsten. Im Winter geschnittene Steinobstbäume reagieren bei falschem Schnitt häufiger mit Gummifluss und Holzfrostschäden. Wo die Zeit für einen vollständigen Schnitt nicht ausreicht, könnten die überflüssigen Langtriebe jetzt herausgerissen werden. Wenn die Pflanzdistanzen genügend gross gewählt wurden, empfiehlt es sich aber generell, Zwetschgen eher sanft zu schneiden, dafür aber zwecks Fruchtgrössenregulierung im Sommer einen Entlastungsschnitt bei zu stark behangenen Partien durchzuführen.

LBBZ Arenenberg, Fachstelle Pflanzenschutz und Ökologie, Urs Müller 079 286 33 19
 
 
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