Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Aufschwung bei den Körnerleguminosen

Ausgabe Nummer 24 (2016)

Bio-Körnerleguminosen-Feldtag

Im Rahmen einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion zur Nahrungsmittelsicherheit spielen Hülsenfrüchte eine wichtige Rolle. Deshalb ernannten die Vereinten Nationen 2016 zum «Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte ».

Die Getreidezüchtung Peter Kunz (GZPK) führte in Zusammenarbeit mit Agroscope, Bio Suisse, FiBL und Strickhof den Bio-Körnerleguminosen-Feldtag am Strickhof durch. Am ersten Posten präsentierte Agata Leska von der Getreidezüchtung Peter Kunz (GZPK) 20 Sommererbsensorten und vier Zuchtlinien. Die Proteinwerte sind nebst Ertrag, Standfestigkeit und Gesundheit, ein wichtiges Selektionsmerkmal für die Erbsenzucht bei der GZPK.

Lupine – Pflanze mit Potenzial
Agata Leska stellte an der Flurbegehung unter anderem die Sorte Mowgli vor, die früheste Sorte überhaupt. Diese überzeuge durch hohen Proteingehalt und gute Erträge. Als idealer Aussaatzeitpunkt, so die Erfahrung aus den Versuchen, erwies sich der Herbst. Als vielversprechend bezeichnete sie die Sorte Spacial, die in den offiziellen Sortenversuchen von Agroscope steht. Bei dieser Eiweisserbse wurde an der GZPK ein Anteil von 25 % Protein gemessen. Hansueli Dierauer vom FiBL präsentierte Wintererbsensorten mit einem Mischungspartner (Gerste, Triticale). Die Sommerform hat oft Probleme bei Wuchs und Ertrag aufgrund der Trockenheit. Die Mischungen, zum Beispiel Eiweisserbse und Gerste, hätten sich bewährt, unter anderem zeigte sich eine vorbeugende Wirkung gegen den Ackerfuchsschwanz. Er sagte, es sei ein Aufschwung bei den Leguminosen festzustellen. Diese würden gute Flächenbeiträge generieren und eignen sich auch für viehlose Bio-Betriebe. Hansueli Dierauer zog das Fazit, dass Mischkulturen an sich nichts Neues sind. Die einzige Neuheit sei die Tatsache, dass die Mühle inzwischen in der Lage sind, die Mischungen aufzutrennen. Im Versuchsfeld am Strickhof sind Futtererbsen vertreten. Bei diesen interessiert das FiBL auch deren Inhaltsstoffe. Das FiBL werde weitere Sortenprüfungen vornehmen, um die nötigen Ergebnisse zu den Inhaltsstoffen zu erhalten. Christine Arncken vom FiBL bezeichnete das Potenzial der Lupine für die Schweiz als gut. Diese ist auch für die menschliche Ernährung vielseitig einsetzbar. Die Lupine zeigte sich im letzten Sommer auch bei langen Trockenperioden als sehr widerstandsfähig.

Anbauerfahrungen mit Linsen
In Sortenversuchen des FiBL haben die weisse und die blaue Lupine im Vergleich mit anderen Eiweisspflanzen und mit Sojaextraktionsschrot einen beachtlich hohen Rohproteingehalt aufgewiesen. «Die Lupine trägt zur Bodenstrukturverbesserung, P-Mobilisierung und N-Fixierung bei und erleichtert dem Biolandbau die Suche nach Alternativen und zur Verringerung der Soja-Importe», sagte Christine Arncken. Jürg Hiltbrunner von Agroscope bezeichnete die Linse als eine vielversprechende Ackerkultur. Eine Vorbildrolle, und eine Quelle für Anbauerfahrungen, nehmen dabei die französischen und deutschen Kollegen ein. In Frankreich und auch auf der Schwäbischen Alb wurden regionale Linsen-Projekte realisiert. Eine Herausforderung beim Linsenanbau ist unter anderem das anspruchsvolle Unkrautmanagement aufgrund der langsamen Jugendentwicklung. Ohne Stützfrucht liegen die Linsenpflanzen sehr nah am Boden, was bei der Ernte zu Verunreinigungen durch Erdklumpen und Steinen führen kann. Die Festlegung des Erntetermins ist durch die inhomogene Abreife ebenfalls nicht einfach. Die Aufarbeitung des Erntematerials kann sowohl bei Reinsaat (Erdklumpen, Steine) sowie in Mischkultur (Trennung der Körner) aufwendig sein. Jürg Hiltbrunner sagte, dass aus Versuchen, einerseits mit der Sorte Anicia, aber auch mit der Schwarzen Linse, gute Anbauerfahrungen resultierten.


Isabelle Schwander
















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