Ausgabe Nummer 8 (2005)

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Aus der Sitzung vom 17. Februar 2005

Vorstand Thurgauer Bauernverband
 
Aus der Sitzung vom 17. Februar 2005
 
Bildung im Thurgau
Bruno Meili (Vorstand Thurgauer Bauernverband) und Simon Rechberger (Thurgauer Vertreter Bildungskommission Schweizerischer Bauernverband) orientierten zum aktuellen Stand in der landwirtschaftlichen Berufsbildung. Auf nationaler Ebene ist man bestrebt, ein einheitliches Bildungssystem in der Landwirtschaft zu entwickeln mit dem Ziel, dass kantonsübergreifende Ausbildungen möglich sind.
Das neue Modell «Dreijährige Lehre Landwirt/Landwirtin», kurz «Thurgauer Modell» genannt, welches einen kontinuierlichen Bildungsaufbau verfolgt, wird allgemein gut aufgenommen. Wie eine Studie zum Pilotversuch zeigt, wird die Berufsroutine gefestigt, die Lehre von den jungen Leuten als attraktiv bezeichnet, dies auch, weil sie mit anderen Ausbildungen vergleichbar ist, und sie bietet Quereinsteigern gute Möglichkeiten. Ein Schwerpunkt bei der Abschlussprüfung ist die Fähigkeit, das in der Schule theoretisch Gelernte auf dem Lehrbetrieb praktisch umzusetzen.

Agrarpolitik 2011 (AP 2011)
Der Vorstand des Thurgauer Bauernverbandes wird in einem Schreiben an den Schweizerischen Bauernverband grundsätzlich zur AP 2011 Stellung nehmen.
Das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement beabsichtigt, den Zahlungsrahmen für die Zeitperiode 2008 bis 2011 für die Landwirtschaft drastisch zu kürzen. Dies darf von Landwirtschaftsseite auf keinen Fall toleriert werden. Die Leistungen, welche die Landwirtschaft gegenüber dem Staat und der Gesellschaft erbringt, bleiben auf gleichem Niveau. Dementsprechend gibt es keinen Grund, den Zahlungsrahmen zu kürzen. Der Vorstand unterstützt das Vorgehen des Schweizer Bauernverbandes, sich in weiteren politischen Prozessen gegen die Kürzung des Zahlungsrahmens einzusetzen.
Der Vorstand des Thurgauer Bauernverbandes anerkennt, dass das heutige Direktzahlungssystem unter Druck steht. Es ist einer wachsenden Kritik ausgesetzt. Die Problematik liegt darin, dass die allgemeinen Direktzahlungen für sozialpolitische, strukturpolitische, umweltpolitische, regionalpolitische und landschaftsgestalterische Ziele stehen. Mit der Vermengung dieser Ziele ist die Überprüfung des Zielerreichungsgrades unmöglich. Es muss im Interesse der Landwirtschaft liegen, dass man die Zielsetzungen klarer trennt, was auch bedeutet, dass die gesprochenen Gelder klarer den einzelnen Zielsetzungen zugewiesen werden können. Die Zielsetzungen im Direktzahlungssystem sollten darum auch dahingehend überprüft werden, ob sie zum Teil nicht im gegenseitigen Widerspruch stehen.
Der Vorstand des Thurgauer Bauernverbandes vertritt die Meinung, dass das heutige Direktzahlungssystem sich grundsätzlich bewährt hat. Falls grundlegende Änderungen vorgenommen werden, sollte dies nicht nur in einem Teil des Direktzahlungssystems erfolgen, dann müsste das ganze System überarbeitet und nach neuen Grundsätzen aufgebaut werden.
Der Vorstand des Thurgauer Bauernverbandes befürwortet, dass die Grenzwerte bezüglich Fläche und Tierzahl je Betrieb, ab denen die Beitragssätze abgestuft werden, aufgehoben werden. Die Umlagerung von Marktstützungen im Milchbereich zu Beiträgen für die Haltung Raufutter verzehrender Nutztiere, beziehungsweise Milchkühe, begrüsst er. Wird den Milchproduzenten der Verlust der Marktstützung nicht ausgeglichen, so verlieren sie einen Stützungsbeitrag, der sie gegenüber anderen Betriebszweigen benachteiligt.
Der Vorstand des TBV fordert auch eine Reduktion der Auflagen und eine Vereinfachung der Administration. Weiter soll in den vor- und nachgelagerten Bereichen mehr Markt zugelassen werden. Weiter soll das Heil der Schweizer Landwirtschaft nicht alleine im Strukturwandel gesucht werden. Voll- und Nebenerwerbsbetriebe sollen nebeneinander Platz haben.
Bezüglich des Bodenrechtes steht der Vorstand des TBV Änderungen kritisch gegenüber, insbesondere der Änderung der Definition des bäuerlichen Gewerbes, da nach seiner Ansicht die Abschätzung der Folgen zu wenig erarbeitet wurden.
Im Rahmen der AP 2011 schlägt das Bundesamt für Landwirtschaft verschiedene Begleitmassnahmen vor. In diesem Zusammenhang muss von Landwirtschaftsseite eine Neuregelung der Liquidationsgewinnbesteuerung durchgesetzt werden. Dieses Thema ist eine alte Forderung, die unserer Ansicht nach der Landwirtschaft sehr viel bringen würde, auch bezüglich der Bodenmobilität.

Controllingbericht zum Leitbild Thurgauer Landwirtschaft
Im Controllingbericht zum Leitbild Thurgauer Landwirtschaft fällt auf, dass die Landwirtschaft einen enormen Betrag an Pachtzinsen zahlt, was die Produktionskosten massgeblich beeinflusst.
Er zeigt auch auf, dass die Produzentenpreise sinken und auf der anderen Seite die Konsumentenpreise steigen, die Preisschere geht immer mehr auf. Der Bericht zeigt auch auf, dass die Thurgauer Landwirtschaft ein sehr gutes Image geniesst, der Wermutstropfen ist aber, dass das Einkommen auf sehr tiefem Niveau liegt.

Veranstaltung an der Frühjahrsmesse
Der Thurgauer Bauernverband organisiert während der Thurgauer Frühjahrsmesse einen Anlass für die Thurgauer Bauernfamilien. Weitere Informationen zu diesem Anlass werden demnächst im «Thurgauer Bauer» veröffentlicht.
Reservieren Sie sich dafür den Vormittag des 1. Aprils (siehe Hinweis Agenda).

Thurgauer Bauernverband
 
 
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