Ausgabe Nummer 12 (2009)

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Ausstieg aus der Milchkontingentierung

Angehende Meisterlandwirte aus dem Vorarlberg interessierten sich bei einem Besuch für den Ausstieg aus der Milchkontingentierung.

Unter der Leitung von Othmar Bereuter, Mitglied der Landwirtschaftskammer Vorarlberg, besuchten rund 20 Kandidaten der Meisterprüfung aus dem Vorarlberg den Milchwirtschaftsbetrieb von Jonas Züllig, Uttwil, und das Werk Sulgen der Hochdorf Nutritec AG. Die angehenden österreichischen Meisterlandwirte interessierten sich vor allem für den Ausstieg aus der staatlichen Milchkontingentierung; soll doch auch in der EU im Jahr 2015 die Milchquote fallen.

Verunsicherte Milchproduzenten
Hugo Scherer stellte den jungen Landwirten aus dem östlichen Nachbarland die Hochdorf Nutritec AG vor, die in Sulgen ihr Pulverwerk massiv ausbaut und so bezeuge, dass sie an die Zukunft der Schweizer Milchwirtschaft glaube. Für Roland Werner, Verwaltungsratspräsident der Thur Milch Ring AG, hat der Ausstieg aus der staatlichen Milchkontingentierung in sechs Wochen für die Schweizer Landwirtschaft wohl die ähnliche Wirkung wie der Mauerfall von Berlin. Die Milchbranche habe den frühzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung im Jahr 2006 bis heute zu wenig genutzt. Entsprechend gross sei zurzeit die Verunsicherung in der schweizerischen Milchbranche. Gegenseitig würde zu stark nach Schuldigen gesucht, statt Lösungen zu entwickeln. Laut Werner verursachten die Milchkontingente bisher Kosten von 75 bis 120 Millionen Franken, die als sogenannte Rente zum grössten Teil an «Sofamelker» ausbezahlt wurden.

Modell hat sich bewährt
Gemäss Aussage von Urs Schwizer, Geschäftsführer der Thur Milch Ring AG,hat sich ihr Modell mit dem Wachstum der Milchmenge mit Basismilch (A-Milch), Projektmilch (B-Milch) und Ausgleichsmilch (C-Milch bewährt. Der Referent betonte, dass in der Schweiz viele Bauern, daran glauben, dass es mit einer privaten Mengenregelung weiter gehe, doch werde dies nicht möglich sein. Bis 2012 müsse jeder Milchproduzent einen Jahresvertrag mit einem Abnehmer vorweisen, damit sei es nicht mehr möglich, dass die Vertragsmengen von Organisation zu Organisation wechseln. Abschliessend stellte Roland Werner fest: «Der Markt lässt sich nicht betrügen. Am Markt gewinnen immer jene, die am schnellsten sind.»

Mario Tosato


Roland Werner, Urs Schwizer, Othmar Bereuter, Jonas Züllig und Hugo Scherer (von
links nach rechts) diskutierten über den Ausstieg aus der staatlichen Milchkontingentierung.
(tos)
Roland Werner, Urs Schwizer, Othmar Bereuter, Jonas Züllig und Hugo Scherer (von links nach rechts) diskutierten über den Ausstieg aus der staatlichen Milchkontingentierung. (tos)