Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
15. Juni 2018


Auswirkungen der Agrarpolitik: Das BLW besucht den Kanton Thurgau

Ausgabe Nummer 27 (2015)

Eine Delegation des Bundesamtes für Landwirtschaft hat Mitte Juni zwei Thurgauer Bauernhöfe besucht. Eingeladen hat das Landwirtschaftsamt des Kanton Thurgau und der Verband Thurgauer Landwirtschaft, welche mit praktischen Beispielen, Fakten und aufklärenden Gesprächen auf die Problematik der Umsetzung der Agrarpolitik 2014 bis 2017 aufmerksam machte.

Dass man die Anliegen der Thurgauer Landwirtschaft ernst nimmt, bewies der Thurgauer Besuch der Delegation aus Bern, anlässlich welchem sich BLW-Direktor Bernard Lehmann, dessen stellvertretende Direktorin Eva Reinhard sowie Vizedirektor Christian Hofer ein persönliches Bild der Situation machen konnten. Der VTL war durch Präsident Markus Hausammann, Vizepräsident Jakob Hug, Vorstandsmitglied Maja Grunder und Geschäftsführer Jürg Fatzer vertreten. Vom Regierungsrat nahm Dr. Kaspar Schläpfer und vom kantonalen Landwirtschaftsamt nahmen Ueli Bleiker, Chef Landwirtschaftsamt, Christoph Högger (Abteilungsleiter Direktzahlungen und Dienstleistungen) und Raimund Hipp (Leiter Abteilung Natur und Landschaft) teil. Die Teilnehmer wurden vom Landwirtschaftsamt begrüsst und durch den Tag geführt.

Besuch in Tuttwil
Auf dem Hof der Familie Helfenberger in Tuttwil wurden die raumplanerischen Einschränkungen für die Landwirtschaft thematisiert. Auch die Vereinfachung der Vorschriften sowie die Aufnahme von höheren Maisanteilen als Grundfutter bei der GMF (Graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion) wurde ausführlich diskutiert. Ausserdem sprach man die LQBeiträge (Bedeutung sowie angestrebte Weiterentwicklung) an, zeigte den Stand der Vernetzungsund Biodiversitätsförderflächen auf und dass die Landwirte sehr viel in diesen Bereichen geleistet haben und nun ein Halt notwendig sei. Des weitern wurde die Haltung der Thurgauer Landwirte betreffend ressourcenschonender Bodenbearbeitung mit erhöhtem PSM Einsatz gegenüber der konventionellen Bodenbearbeitung erklärt.

Stellenwert des Kantons Thurgau
Beim Mittagessen wurde dem Besuch aus Bern die Bedeutung der thurgauischen Land- und Ernährungswirtschaft vermittelt: Mit anteilsmässig 5 Prozent der schweizerischen Gesamtfläche leistet unser Kanton fast 10 Prozent der schweizerischen landwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung.
Auf dem Hof der Familie Hablützel in Stehrenberg vertiefte man sich am Nachmittag in das Thema Ressourcenprojekt Ammoniak. Anhand von Statistiken wurde aufgezeigt, dass beim Übergang vom kantonalen Projekt aufs Bundesprogramm die Teilnehmerzahl von «Güllen mit Schleppschlauch» zurückging. Diese bedauerliche Entwicklung wurde durch die veränderten Rahmenbedingungen wie N-Abzug, limitierte Gaben und Reduktion der Ansätze ausgelöst. Ebenso gab das Thema der Betriebs- und Unterhaltskosten des Schleppschlauches zu reden, und die Zulassung von alternativen Ausbringmethoden (zum Beispiel Niederdruckverteiler) wurde den BLW-Verantwortlichen vorgestellt. Im Weiteren konnten auch künftige administrative Vereinfachungen, die aus Sicht der praktizierenden Landwirte dringend notwendig sind, besprochen werden.
Mit zahlreichen neuen Erkenntnissen, Eindrücken und Inputs verabschiedeten sich die Gäste vom Bundesamt für Landwirtschaft am späteren Nachmittag.


Daniel Thür

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